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Barmstedter Zeitung

26. September 2017 | 14:42 Uhr

Spurensuche auf dem alten Ölfeld

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Radtour der SPD Hörnerkirchen: Hinweise auf ehemalige Bohrstellen und Bohrschlammgruben sind auch heute noch zu finden

shz.de von
erstellt am 09.Jun.2015 | 16:00 Uhr

Wo in der Region Brande-Hörnerkirchen ist in den vergangenen Jahrzehnten nach Öl gebohrt worden? Und sind heute noch Spuren davon in der Landschaft zu sehen? Mit diesen und weiteren Fragen haben sich die Mitglieder der SPD Hörnerkirchen sowie einige Gäste vor Kurzem auseinandergesetzt. Um sich ein Bild vor Ort zu machen, hatten die Sozialdemokraten zu einer Radtour zu den alten Ölfeldern eingeladen. Vom Treffpunkt Marktplatz aus fuhren die neun Teilnehmer, von denen drei der Bürgerinitiative „Frackingfreies Auenland“ angehören, die gesamte Strecke ab, an der Öl gefördert oder Bohrschlamm entsorgt wurde.

Einige Spuren der ehemaligen Ölförderung lassen sich heute noch finden – auch, wenn man dafür sehr genau hinsehen muss. „Insgesamt haben wir 20 Pumpenstandorte und drei Bohrschlammentsorgungsflächen aufgesucht“, berichtete der zweite Vorsitzende Ulrich Konkel. „Es war sehr aufschlussreich, wenn auch natürlich von den Bohrstellen selbst nicht mehr viel zu sehen war.“ Luftbilder, die sich unter anderem auch Mitglieder der Bürgerinitiative angeschaut haben, zeigen allerdings, dass sich an den ehemaligen Bohrstellen, die mit einer Betonplatte verschlossen werden mussten, ein anderer Bewuchs findet.

Die erste Station ihrer informellen Radtour war der Bahnhof Dauenhof, wo einst Öl und Torf auf einem eigenen Gleis abgefahren wurde. Jetzt befindet sich dort eine Möbeltischlerei. „Wir konnten noch das alte Einfahrtstor besichtigen“, so Konkel.

Als nächstes suchten Radfahrer die Bohrschlammentsorgungsfläche in Bokelsess auf, die etwas weiter von der Wohnbebauung entfernt ist. Wo jetzt ein kleines Wäldchen steht, wurde zur Zeit der Ölbohrtürme Bohrschlamm in die Erde gepresst. Am Standort der ersten Ölquelle an der Barmstedter Straße kamen die Radler ebenfalls vorbei: Dort steht jetzt ein Einfamilienhaus. „Wir sind die gesamte Strecke bis Lutzhorn geradelt und haben uns ein Bild von der aktuellen Situation gemacht“, so Konkel. „Die Gefahr besteht, dass auf den alten Feldern wieder nach Öl und Gas gesucht wird – und dem setzen wir massiven Widerstand entgegen.“

In der Region Barmstedt/Hörnerkirchen hat die kanadisch-deutsche Firma PRD Energy Interesse angemeldet, das 1986 stillgelegte Ölfeld in der Region zu reaktivieren. Ende des vergangenen Jahres hatte das Unternehmen allerdings angekündigt, seine Aufsuchungs- und Gewinnungstätigkeiten in Schleswig-Holstein für ein Jahr zu unterbrechen.

Das Unternehmen hatte den Schritt mit der Anhebung des Erdölförderzinses zum 1.  Januar 2015 in Schleswig-Holstein und dem aktuellen Erdölpreis auf dem Weltmarkt begründet.


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