zur Navigation springen
Barmstedter Zeitung

18. Dezember 2017 | 03:01 Uhr

Barmstedt : Sprachförderung in der Kita

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Barmstedter Arche-Noah-Kita ist Vorreiterin in Sachen Sprachförderung. Neu: Schulungen für externe Fachkräfte.

shz.de von
erstellt am 22.Aug.2014 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Konsultations-Kita. Der Begriff klingt etwas sperrig, aber Nicole Greßmann und Jasmin Peschke füllen ihn schnell mit Leben. „Das bedeutet, dass sich andere Kitas, Tagesmütter oder Fachkräfte an uns wenden können, wenn sie etwas über Sprachförderung für Unter-Dreijährige wissen möchten“, erklären die Mitarbeiterinnen der Barmstedter Arche-Noah- Kita. Die Einrichtung ist eine von landesweit drei Kindertagesstätten, die sich Konsultations-Kita nennen dürfen – nachdem Greßmann und Peschke sich dafür mehrere Monate lang weitergebildet und das Zertifikat erworben hatten.

„Zielgruppe“ der Sprachförderung sind zunächst die 30 Krippenkinder, die zwischen einem halben und drei Jahren alt sind. „Wenn man zu spät anfängt, werden viele Chancen vertan“, sagt Krippenleiterin Sabine Kirstein. Sprache fange „schon in ganz jungem Alter an“, ergänzt Greßmann. „Man denkt vielleicht, sie brabbeln nur irgendwas, aber sie wollen damit etwas ausdrücken – es ist erstaunlich, wieviel schon die ganz Kleinen sagen wollen. Und dann gilt es für uns zu erkennen: Was meinen sie?“ Dem Kind Aufmerksamkeit zu schenken, wenn es sich mitteilen wolle, sei extrem wichtig, so Greßmann. Eine Ausnahme seien allerdings Schimpfwörter. „Die ignoriert man am besten. Denn die Kinder wollen damit ja provozieren.“ Auch das Korrigieren von Fehlern sei tabu. „Wenn das Kind zum Beispiel ,Ich will eine Basse’ sagt, erwidern wir einfach: ,Ja, ich gebe Dir die Tasse.’“ So lerne es die korrekte Form, ohne dass es ausdrücklich verbessert werde.

Ein weiterer Grundsatz des Konzepts sei, die Sprachförderung in den Alltag der Kinder zu integrieren, „so dass es quasi nebenbei läuft“, erklärt Greßmann. „Manche Kitas machen das während des Mittagessens, wir machen es im Rahmen des Morgenkreises.“ Der sei ein festes Ritual, „und das mögen und brauchen die Kinder“.

Zwei der sieben Erzieherinnen, die die drei Krippengruppen in der Arche Noah betreuen, haben die Zusatzausbildung zur Sprachförderung bereits erworben. „Die anderen, auch die Kolleginnen in den Regelgruppen, schulen wir nach und nach auf Wunsch“, so Greßmann. Das Interesse sei groß – der Aufwand allerdings auch. „Es hat enorm viel Zeit gekostet, bis wir das Programm im Alltag anwenden konnten.“ Für die etwa 90-minütige Schulung drehten sie unter anderem Videofilme, die Beispiele für Sprachförderung im Kita-Alltag zeigen.

„Jetzt sind wir endlich so weit, dass wir die Schulung für Externe anbieten können“, sagt Greßmann stolz. Interessierte können sich unter der Rufnummer 04123-6987 in der Arche-Noah-Kita melden.

Die Sprachförderung für Kita-Kinder wird vom Bundesfamilienministerium unterstützt. Unter dem Titel „Frühe Chancen: Schwerpunkt-Kitas Sprache & Integration“ stellt der Bund etwa 4000 Einrichtungen von März 2011 bis Ende 2014 insgesamt 400 Millionen Euro zur Verfügung. Damit sollen besonders Kinder aus sozial benachteiligten und Familien mit Migrationshintergrund gefördert werden.
zur Startseite
Karte

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen