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Barmstedter Zeitung

21. November 2017 | 22:30 Uhr

Westerhorn : Spitzenleistungen aus dem Norden

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Hof Reimers: Gewissenhafte Zucht, artgerechte Haltung und gutes Futter sind das Erfolgsrezept für gute Milchleistungen.

shz.de von
erstellt am 12.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Westerhorn | Im Kreis Pinneberg gibt es etwa 960 landwirtschaftliche Betriebe. In unregelmäßigen Abständen stellt die Barmstedter Zeitung Höfe in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen sowie der Stadt Barmstedt vor. Im 16. Serienteil erzählen Lars und Miriam Reimers, warum ihre Kühe mehr Milch als die durchschnittliche Kuh in Schleswig-Holstein geben – und warum manche ihrer Tiere richtige Models sind.

Etwa 8000 Kilogramm Milch gibt eine deutsche Kuh pro Jahr. Auf dem Hof Reimers in Westerhorn übertreffen die Kühe diese Leistungen jedoch regelmäßig. „11.500 Kilogramm Milch geben unsere Kühe der Rasse Red Holstein durchschnittlich pro Jahr“, berichtet Landwirt Lars Reimers (36) – ein Spitzenwert im landesweiten Vergleich. Grund dafür: „Die Zucht steht hier seit Generationen im Vordergrund“, erläutert Reimers. Auch die richtige Haltung und Fütterung spielen dabei eine große Rolle. Eine große Leistungssteigerung habe es dabei zwischen 1991 und 2010 gegeben. „Es hat sich gelohnt“, so Lars Reimers.

Gemeinsam mit seiner Frau Miriam (31), die für die Rinderzucht Schlewig-Holstein arbeitet, bewirtschaftet er einen Hof mit 110 Kühen direkt an der Bahnlinie in Westerhorn. Für Reimers sind es die ersten Tage als Hauptverantwortlicher des Betriebs: Am 1. April hatte er den Hof von seinem Vater Bernd übernommen.

Geändert hat sich dadurch aber kaum etwas: „Der Wechsel hat nur auf dem Papier stattgefunden“, so Lars Reimers. Vater Bernd (55), der zugleich Bürgermeister von Westerhorn und Vorsteher des Amts Hörnerkirchen ist, ist weiterhin voll im Betrieb aktiv. Mutter Maren Reimers (55) steht regelmäßig im Melkstand und kümmert sich um die Buchführung.

Wichtigstes Standbein für den Hof ist der Verkauf der Milch. Zudem vermarktet der Hof seine Zuchttiere, berichtet Lars Reimers. Dazu nimmt er mit seinen Kühen immer wieder an Schauen teil: „Dabei geht es rein ums Aussehen“, so Reimers. Während der jüngsten Bundesschau in Oldenburg belegte mit Naomi eine seiner Kühe einen Platz im vordere Feld. „Wir sind sehr zufrieden gewesen“, so der Landwirt. „Es macht viel Arbeit, aber man kann auch Werbung für seine Tiere machen.“

Bernd Reimers hatte Ende der 80er-Jahre den Hof von seinen Schwiegereltern übernommen. Das Haus an der Dorfstraße sei bereits um das Jahr 1913 erbaut worden. Der Hof sei in den weiteren Jahren immer unter anderem Familiennamen gelaufen. „Der Betrieb hat jetzt erst zum zweiten Mal nacheinander den Namen Reimers“, so Bernd Reimers.

Ende der 80er-Jahre begann die Familie damit, den Betrieb auszubauen und auf die Zucht zu spezialisieren: „Wir haben einen Laufstall für 60 Kühe gebaut und diesen 1998 auf 100 Kühe erweitert“, berichtet Bernd Reimers. 2008 wurde der Melkstand ausgebaut. Und die Familie hat weitere Pläne: Derzeit errichten sie nahe der Bahn einen Stall für 150 Tiere. Viel größer als diese Zahl soll der Tierbestand aber nicht mehr werden: „40 bis 50 Kühe kommen noch dazu, dann haben wir erstmal die endgültige Größe erreicht. Wir wollen den Hof als Familienbetrieb weiterführen“, sagt Lars Reimers.

Über die Zucht hat er auch seine Frau kennengelernt. Miriam Reimers kommt von einem Hof aus Nordrhein-Westfalen. Über den Job bei der Rinderzucht Schleswig-Holstein lernte sie Lars kennen. „Ich wollte einen Job machen, der mir Spaß macht“, erzählt sie. „Aber ich hätte nach einem halben Jahr nicht gedacht, dass ich hier im Norden bleiben würde“, sagt sie und lacht. Mitte Mai erwarten die beiden ihr erstes Kind.

Der Hof Reimers an der Dorfstraße 44 in Westerhorn wird seit dem 1. April von Lars Reimers geführt.
Gegründet: Unbekannt. Um das Jahr 1913 sind die ersten Gebäude an der Dorfstraße erbaut worden.
Größe: 115 Hektar, davon 72,5 Hektar Eigentumsflächen und 42,5 Hektar Pachtflächen. 40 Hektar davon entfallen auf Ackerland. Auf 20 Hektar davon wird Mais angebaut, auf weiteren 20 Hektar Weizen.
Tiere: Die Zahl der Kühe, Bullen und Jungtiere beläuft sich auf 250 dazu zwei Pferde und vier Katzen.
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