zur Navigation springen

Barmstedt : Spielgruppe mit Flüchtlingskindern geplant

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

In der Arche-Noah-Kita sollen Mädchen und Jungen eingewöhnt werden. Sprachgruppen zur Vorbereitung auf die Grundschule.

shz.de von
erstellt am 02.Mär.2016 | 12:15 Uhr

Barmstedt | In Barmstedt wohnen zurzeit etwa 20 Mädchen und Jungen aus Flüchtlingsfamilien, die im Kindergartenalter sind. Doch nur eine Handvoll von ihnen besucht eine der städtischen Kitas. Das soll anders werden: Die Arche-Noah-Kita will eine Spielgruppe einrichten, in der sich an jedem Nachmittag Flüchtlingskinder an den regelmäßigen Kita-Besuch gewöhnen können. „Die Gruppe soll aber auch für andere Kinder offen sein“, betont Kita-Leiterin Doris Renner.

Zwei Stunden pro Tag sollen bis zu 15 Kinder zwischen zwei und fünf Jahren in der Spielgruppe betreut werden; auch die Mütter dürfen anwesend sein. Doch bevor die Gruppe starten kann, fehlt noch die Zustimmung der Politik. Der Sozialausschuss, dem das Konzept vor Kurzem vorgestellt wurde, habe die Idee „positiv aufgenommen“, sagte Renner. Die endgültige Entscheidung könnte am 15. März fallen. Sollte die Politik grünes Licht geben, „brauchen wir noch Personal“, so Renner.

In der Außenstelle der Awo-Kita werden seit Februar ein vierjähriges syrisches Mädchen und sein dreijähriger Bruder betreut. „Sie besuchen Regelgruppen und freuen sich immer, wenn sie kommen“, sagt Kita-Leiterin Renate Fehrs. Der Vater der Kinder lebe schon länger hier „und kann ein wenig deutsch, das erleichtert die Sache“.

Fehlende Sprachkenntnisse seien ein Problem, sagt auch Adelheid Ritter, Leiterin der Kita Bahnhofstraße. Allerdings „hatten wir auch schon vor 15 Jahren Kinder, die kein Deutsch sprachen. Und heute haben wir mehr Hilfsmittel wie zum Beispiel Übersetzungs-Apps, so dass man schnell mal ein Wort nachschlagen kann“. Kinder lernten sehr schnell und könnten für ihre Eltern übersetzen. „Aber man muss aufpassen, dass sie dadurch nicht in die Elternrolle hineinrutschen.“ Sie appelliere daher an alle Barmstedter, den Flüchtlingen zu helfen, die deutsche Sprache zu lernen, so Ritter. „Das hilft dann auch uns, wenn wir ihnen pädagogische Inhalte vermitteln wollen.“ Diese Arbeit werde „immer herausfordernder, und die Erzieherinnen sind bis zum Limit gefordert.“

Generell seien die Flüchtlingsfamilien sehr daran interessiert, dass ihre Kinder die hiesigen Kitas besuchten „und etwas lernen – da ist die Motivation groß“, sagt Ritter. Ihre Kita besuchen seit ein paar Monaten ein vier- und ein fünfjähriger Junge aus Syrien. „Die fühlen sich pudelwohl und gehören dazu. Sie bereichern unsere Welt, und wir lernen von ihnen.“ Zwar müssten sie „individuell ganz nah begleitet werden, aber das muss mehr als die Hälfte der anderen Kinder auch. Wir freuen uns über sie, sie sind herzlich willkommen.“

Sorgen sind unbegründet

Die Sorge mancher Eltern, dass Flüchtlingskinder ihren Kindern den Kita-Platz wegnehmen, sei unbegründet, versichern Ritter und Fehrs. „Sie werden nicht bevorzugt“, betont Ritter. Die Platzvergabe laufe wie gehabt über die Wartelisten und die bisher geltenden Kriterien. „Da muss kein Barmstedter Kind länger warten.“ Sie sehe da „kein Problem“, sagt auch Fehrs.

Zurzeit kämen in Barmstedt viele Flüchtlingskinder an, die im Sommer eingeschult werden könnten, sagt Ritter. Sie werden in der Arche-Noah-Kita in den so genannten Sprintgruppen betreut, wo sie zwei Mal pro Woche intensiven Sprachunterricht erhalten. „Dazu nutzen wir zum Beispiel Lieder und Fingerspiele“, erklärt Renner. Anschließend sollen die Kinder eine der beiden Barmstedter DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) besuchen. Alle derartigen Angebote seien „wichtige Bausteine zur Integration“, so Ritter.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert