Brande-Hörnerkirchen : SPD will auf plattem Land punkten

Luden zum „Nordgespräch“ nach Hörnerkirchen ein: Ernst Dieter Rossmann (v. l.), Ulrich Konkel, Kirsten Eickhoff-Weber, Sabine Strate und Dieter Peters-Kühnel.
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Luden zum „Nordgespräch“ nach Hörnerkirchen ein: Ernst Dieter Rossmann (v. l.), Ulrich Konkel, Kirsten Eickhoff-Weber, Sabine Strate und Dieter Peters-Kühnel.

„Nordgespräch“ in Brande-Hörnerkirchen: Schutz der Lebensräume, Entwicklung des Tourismus und Breitband als Kernpunkte.

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13. Juni 2014, 16:00 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Das Zusammenspiel von Land- und Stadtmenschen ist nicht immer ganz einfach. Aber mit Ideenreichtum und Engagement lassen sich viele Probleme beheben. Auf diesen Nenner lässt sich das Ergebnis des „Nordgesprächs“ bringen, zu dem jüngst die SPD-Ortsvereine Brande-Hörnerkirchen und Westerhorn sowie der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann aus Elmshorn eingeladen hatten. Hauptreferentin in der Gaststätte „Zur Tankstelle“ in Hörnerkirchen war die agrarpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Kirsten Eickhoff-Weber. Sie stellte das erst wenige Wochen alte Konzept der Nord-SPD für die ländlichen Räume vor.

„Es ist falsch, dass die SPD und die ländlichen Räume nicht zusammenpassen“, sagte Eickhoff-Weber in Anspielung auf die Wahlergebnisse der Sozialdemokraten, die auf dem platten Land meist unterdurchschnittlich ausfallen. Wie wichtig die „Ländler“ für politische Mehrheiten sind, beweisen schon die nackten Zahlen. Rund die Hälfte aller Schleswig-Holsteiner würden zur Landbevölkerung gerechnet, so Eickhoff-Weber. Bis auf die wenigen Städte mit mehr als 35 000 Einwohnern würde der große Rest als ländlicher Raum definiert. Bei der Entwicklung dieser Landstriche müsse „der Mensch im Mittelpunkt bleiben“. Das aktuelle Positionspapier der SPD sei daher lediglich als „Diskussionsgrundlage zu sehen“.

Wichtige Aspekte seien unter anderem der Schutz der natürlichen Lebensräume, die Entwicklung des ländlichen Tourismus, sowie die ausreichende Versorgung mit Plätzen für Krippenkinder. Besonders wichtig sei der Ausbau der Breitbandversorgung auf dem Land. Ein Punkt, dem auch Hökis stellvertretender Bürgermeister Ulrich Konkel zustimmte.

Er forderte die „große“ Politik auf, nicht nur bei der Planung des Breitbandausbaus finanziell zu helfen, sondern auch bei der konkreten Umsetzung. Allein im Amtsbereich Hörnerkirchen könnten durch das aktuelle Breitbandprojekt bis zu fünf Millionen Euro an Kosten entstehen. Viel Geld für vier kleine Gemeinden.

Weitgehend einhellige Meinung der Diskussionsteilnehmer: Die Solidarität zwischen Stadt und Land ist nicht sonderlich ausgeprägt. Gerade wenn es ums Geld gehe, schaue jeder mehr oder minder ausschließlich auf seinen eigenen Vorteil. Rossmann, der während des „Nordgesprächs“ in erster Linie die Rolle des Moderators übernahm, sprach von einem gegenseitigen Spannungsfeld und regte unter anderem Schulpartnerschaften an, um mehr Verständnis zwischen Stadt und Land zu erzeugen. Eine Möglichkeit, die ländlichen Räume zu stärken, ist aus Sicht von Eickhoff-Weber das Bündeln von Fördermitteln. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels müssten „Gemeinden und Orte aber auch lernen etwas abzugeben“.

Von Seiten des Naturschutzes betrachtete Dieter Peters-Kühnel von der BUND-Kreisgruppe Pinneberg die Entwicklung des ländlichen Raums. Er setzte im Kleinen bei den Wildbienen und deren Bedeutung für die Bestäubung vieler lebenswichtiger Pflanzen an. Immer mehr versiegelte Flächen, ein hoher Chemieeinsatz und wegfallende Schutzstreifen zwischen den Feldern bedeuteten Gefahren. Generell forderte Peters-Kühnel mehr Gestaltungsmöglichkeiten für Menschen. Nur so seien die Bürger bereit, Verantwortung für ihr Umfeld zu übernehmen.

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