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„Deutsche müssen teilen lernen“ : SPD-Neujahrsempfang in Barmstedt

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Redner thematisieren den Flüchtlingszustrom. Staatssekretärin kündigt Bau von 20.000 Wohnungen an.

shz.de von
erstellt am 11.Jan.2016 | 13:00 Uhr

Barmstedt | Der nicht abreißende Flüchtlingszustrom, der die Kommunen vor immense Herausforderungen stellt, war auch auf dem Neujahrsempfang der Barmstedter SPD eines der dominierende Themen. Er sehe „eine Kluft zwischen medialer Öffentlichkeit und der Wirklichkeit, die geprägt ist vom entschlossenem Engagement vieler Bürger für die vor Krieg und Terror zu uns geflohenen Menschen“, sagte der Ortsvereinsvorsitzende Stefan Bolln. „Die falschen Nationalisten und Rechtsradikalen versuchen alles, um ihre Ideologien der Fremdenfeindlichkeit zu versprühen. Das ging in der Geschichte nie gut aus“, sagte er vor den etwa 100 Gästen, die gestern Vormittag der Einladung ins Humburg-Haus gefolgt waren.

Bolln wies nicht nur auf den menschlichen, sondern auch auf den wirtschaftlichen Aspekt von Fremdenfeindlichkeit hin, der katastrophale Auswirkungen für Deutschland mit sich bringe: Wenn der Rest der Welt sich verweigern würde, mit uns zu handeln, sähe es schnell düster aus in unserem so wohlhabenden Staat, mahnte er und forderte: „Die Deutschen müssen teilen lernen.“ Bolln plädierte zudem dafür, in einem sich verändernden Land voneinander zu lernen, und alle, die Hilfe benötigten, in welcher Form auch immer zu unterstützen. Diejenigen, die gegen das Gesetz verstoßen – ob es Banken seien oder Menschen deutscher oder ausländischer Herkunft – müssten bestraft werden.

Anette Langner (SPD), Staatssekretärin im Landessozialministerium, hob mit Blick auf die Flüchtlingsproblematik hob sie die Bedeutung des Gemeinsinns hervor: Den brauche unser Land jetzt. Die besorgten Fragen der Menschen nehme sie ernst, wie sie weiter ausführte. Keinesfalls aber dürfe die Achtung der Menschenwürde in Frage stehen – und das gebiete auch, dass ein starkes und reiches Land wie Deutschland Menschen in existenzieller Not Hilfe leiste. Sie versprach eine starke finanzpolitische Antwort des Landes auf die gegenwärtigen Herausforderungen, die insbesondere auch im Wohnungsbau lägen: Für Flüchtlinge und selbstverständlich auch Menschen mit geringem Einkommen sollten in Schleswig-Holstein in den kommenden Jahren mehr als 20.000 Wohnungen geschaffen werden.

Bürgermeisterin Heike Döpke (parteilos) schlug in ihrer Ansprache thematisch einen weiten Radius – von der 875-Jahr-Feier der Stadt mit dem Strauß facettenreicher Veranstaltungen bis hin zu der noch nicht erfolgten Sanierung der Sporthalle, dem Defizit des Seniorenheims und der besorgniserregenden Haushaltslage der Stadt. Die größte Herausforderung seien die Flüchtlinge, so Döpke: Aktuell werden etwa 225 durch das Sozialamt betreut, weitere seien angekündigt. Sie halte es für unabdingbar, bei steigenden Flüchtlingszahlen hauptamtliche Fachkräfte einzusetzen, so Döpke.

Den musikalischen Rahmen des Vormittags steckte Thorsten Heintzsch ab, der die Gäste mit einem bunten Mix aus Popsongs und populärer Klassik unterhielt.

Geehrt wurde  auch: Margit Schappe-Brabandt erhielt für ihre 50-jährige Mitgliedschaft in der SPD  die Willy-Brandt-Medaille. Auch Klaus-Dieter Schwalm, der seit 25 Jahren der SPD angehört, wurde ausgezeichnet.
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