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FWB schießt zurück : SPD-Filz-Kritik in Barmstedt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Freie Wähler sehen den Vorwurf als haltlos an.

Barmstedt | Die Freie Wählergemeinschaft Barmstedt (FWB) wehrt sich gegen die Behauptung des SPD-Vorsitzenden Stefan Bolln, vor der jüngsten Bürgermeisterwahl – die die von der SPD aufgestellte Heike Döpke (parteilos) gewann – habe in der Stadt „Filz“ geherrscht. „Wenn Herr Bolln ,seine’ Bürgermeisterin gegen Vorwürfe der CDU schützen möchte, ist das eine Sache. Nicht nachzuvollziehen ist aber sein verbaler Rundumschlag, in dem er erklärt, dass die SPD zur Bürgermeisterwahl eine Kandidatin brauchte, die nicht im Barmstedter Filz verankert sei“, schreibt der FWB-Vorsitzende Peter Gottschalk in einer Pressemitteilung.

Unter Filz in der Politik verstehe man die „gewinn- und skandalträchtige Verbindung von politischem Einfluss und privaten Geschäftsinteressen“, so Gottschalk. Mit seiner Behauptung diskriminiere Bolln daher die Verwaltung unter Döpkes Vorgänger Nils Hammermann und die Stadtvertreter, die bis 2013 Verantwortung trugen. Es sei eine „sehr kritische Aussage, die Bilder wecken soll, die nicht angebracht sind“, sagte Gottschalk. „Wenn es konkrete Fälle gibt, möge Herr Bolln Ross und Reiter nennen und Beweise auf den Tisch legen“.

In Barmstedt gebe es seit mehr als 50 Jahren keine absolute Mehrheit, so die FWB – woraus folge, „dass es für niemanden einen politischen Alleingang geben konnte. Beschlüsse wurden und werden weiterhin mit wechselnden Mehrheiten gefasst, und an den Beschlüssen war in den meisten Fällen auch die SPD beteiligt“. Insofern träfe Bollns Vorwurf des Filzes dann auch seine eigene SPD.

Bolln räumte ein, er habe sich ungenau ausgedrückt. „Es sollte nicht der Eindruck entstehen, dass wir dieser Auffassung sind oder waren. Aber auf der Suche nach einem Bürgermeisterkandidaten wurde das immer wieder an uns herangetragen und mit dem Wunsch verbunden, jemanden von außen zu holen“, teilte er mit.

„Sehr einfach“ mache es sich Bolln zudem mit der Aussage, Barmstedts Defizit sei „von den anderen“ zu verantworten, so Gottschalk. „Da niemand die Mehrheit hat, kann jeder so argumentieren. Letztendlich hätte dann keiner die Schuld.“ Die SPD habe während „der gesamten Ära Hammermann (1993-2013) jedem Haushalt mindestens mehrheitlich zugestimmt und damit die Verantwortung übernommen, die sie dann auch tragen und ertragen muss“.

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erstellt am 20.Dez.2016 | 14:00 Uhr

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