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„Ländliche Strukturen bewahren!“ : SPD diskutiert den Strukturwandel auf dem Land

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Negativer Strukturwandel auf dem Land Thema beim Nordgespräch der SPD Hörnerkirchen und Westerhorn.

Hörnerkirchen | Die Großstädte boomen, während viele ländliche Regionen „ausbluten“. Gegen diesen Trend will die SPD mobil machen. „Neuer Zusammenhalt – Gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland“ heißt ein aktuelles Dialogpapier der Bundestagsfraktion, an dem die Harburgerin Svenja Stadler federführend mitwirkte. Vorgestellt wurde das Papier in Brande-Hörnerkirchen während des diesjährigen SPD-Nordgesprächs. Zu dem hatten die Sozialdemokraten aus Höki und Westerhorn sowie der Bundestagsabgeordnete Ernst Dieter Rossmann unter dem Motto „Mobil auch auf dem Land“ für Dienstagabend eingeladen. Knapp 20 Zuhörer beteiligten sich an der Diskussionsrunde in der Gaststätte „Zur Tankstelle“.

Rossmann wies auf das „leichte Bevölkerungswachstum“ im Norden des Kreises Pinneberg hin und betonte, wie wichtig der Erhalt der ländlichen Infrastruktur vom Arzt um die Ecke bis hin zum Lebensmittelladen vor Ort sei. Stadler nannte weitere wichtige Eckpunkte für ein funktionierendes Leben auf dem Lande wie bezahlbarer Wohnraum, schnelles Internet und die Verfügbarkeit von Fachkräften. Ebenso wichtig seien aber auch „soziale Orte“ wie Dorfkneipen, die eine immense Bedeutung für das soziale Leben hätten. Ideen wie Bürgerbusse und die Vernetzung von Sportvereinen seien bereits in das SPD-Papier eingeflossen. Generell gebe es für ein funktionierendes Landleben allerdings keinen Generalplan. Dafür seien die einzelnen Regionen einfach zu heterogen.

Das Thema Bürgerbusse griff der Geschäftsführer der Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg (KViP), Thomas Becker, auf. Er hob den Mobilitätsgewinn für kleine Gemeinden hervor. Der Erfolg solcher Modelle hänge allerdings vielfach vom Engagement weniger Bürger ab. Noch zu wünschen übrig ließen die von der KViP koordinierten Anruf-Sammeltaxen. Diese hätten im Schnitt gerade einmal eine Auslastung von 1,1 bis 1,3 Mitfahrern. So entstehe ein „hoher Zuschussbedarf“. Hökis stellvertretender Bürgermeister Ulrich Konkel betonte die gute Anbindung des Amtes Hörnerkirchen an das Schienennetz.

Vom Bahnhof Dauenhof in Westerhorn sei Hamburg im Stundentakt via HVV erreichbar. Ein halbstündiger Takt „wäre natürlich noch schöner“. In der Diskussion sei vor Ort derzeit ein möglicher Zubringerdienst zum Bahnhof. Und auch über einen Disko-Bus für die Jugendlichen werde nachgedacht. Aus dem Zuhörerkreis kam die Forderung nach einen „Eventbus“, der den Nachwuchs gezielt zu einzelnen Veranstaltungen befördern könnte. Becker machte deutlich, dass die KViP für alle Ideen offen stehe – soweit die Finanzierung geklärt sei. „Denn wir können nicht als Sponsor auftreten“, erklärte der Geschäftsführer der Pinneberger Kreisverkehrsgesellschaft.

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