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Neujahrsempfang in Barmstedt : Sozialdemokraten begrüßen Obdachlose aus Langeln

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

"Konkret und nachhaltig helfen": Das Thema Asyl- und Flüchtlingspolitik stand im Fokus des Treffens des SPD-Ortsverein.

shz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 12:00 Uhr

Knapp 80 Besucher hat Barmstedts SPD-Ortsvereinschef Stefan Bolln zum Neujahrsempfang der SPD im Humburg-Haus begrüßt. „So voll war es hier seit unserem ersten Empfang 1979 wohl noch nie“, stellte er begeistert fest – zumal „sicher kaum jemand wegen des 140. Geburtstags“ des 1874 gegründeten Ortsvereins gekommen sei. Besonders freute sich Bolln über drei nicht alltägliche Gäste: Auf Einladung der SPD waren Lars Günther Böttcher, Youssef Youssef und Bubakar Maigah aus dem Asyl- und Obdachlosenheim in Langeln nach Barmstedt gefahren.

Bolln hatte die drei Männer kennengelernt, nachdem er in der Barmstedter Zeitung einen Bericht über sie gelesen hatte. „Dann bin ich einfach mal dort hingefahren und habe geklingelt“, erzählte er. Er wolle ihnen „konkret und nachhaltig“ helfen und hoffe, dass dabei „viele andere mitziehen“. Durch „Kleinigkeiten wie Fahrdienst oder Essen vorbeibringen“ könnten die Bewohner der Unterkunft an der B 4 näher an die Stadt gebracht werden. „Mein Wunsch wäre zudem eine stadtnahe Unterkunft“, so Bolln. Bis es soweit sei, sollten die Bewohner aber zumindest Warnwesten tragen, wenn sie nach Kaltenkirchen, Bad Bramstedt oder Barmstedt gelangen wollen. „Zu Fuß im Dunkeln ist einfach zu gefährlich“, so Bolln.

Einen ersten Erfolg konnte der SPD-Chef schon während des Empfangs verzeichnen: Spontan meldeten sich eine Anwältin und ein Vermieter, die einem der anwesenden Bewohner konkret helfen wollen. Dem Thema Asyl- und Flüchtlingspolitik widmete sich als Gastrednerin auch Serpil Midyatli, Sprecherin für Wohnungsbau, Integration und Migration der SPD Schleswig-Holstein. „Sie hat aufgezeigt, dass viele Fehlinformationen Ängste schüren“, sagte Bolln. Dabei gehe die populistische Armutseinwanderungsdebatte an der Lebenswirklichkeit vorbei. Die Drittstaatenregelung führe dazu, dass Deutschland insgesamt „nur wenige, oft motivierte und arbeitswillige Flüchtlinge aufnimmt“. Lediglich 3,3 Prozent aller Flüchtlinge kommen dann nach Schleswig-Holstein. Gut ist, dass diese mittlerweile arbeiten dürfen. Wenn sie dann durch die Sprachkurse fit für den Arbeitsmarkt sind, sind wir einen Schritt weiter“, so Midyatli. „Wir brauchen eine neue Willkommenskultur. Mehr Teilhabe und mehr Partizipation“, so die junge Muslima, die in Deutschland geboren wurde.

Bürgermeisterin Heike Döpke appellierte an alle Barmstedter, „die Perle Barmstedt mit herauszuputzen!“ Notwendig seien zudem eine Verkehrsleitplanung, ein neues Gewerbegebiet und ein lebendiges Gewerbe. Das Seegebiet mit der Schlossinsel müsse auf ein solides finanzielles Fundament gestellt werden, sagte sie. Barmstedt brauche „ein Leitbild“, und die Diskussion darüber sollten nicht nur die Kommunalpolitiker, sondern auch alle anderen Bürger führen, so Döpke – die sich abschließend bei allen ehrenamtlichen tätigen Barmstedtern bedankte.

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