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Barmstedter Zeitung

20. Oktober 2017 | 15:46 Uhr

SoVD: Bedarf an Beratung ist hoch

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Hauptversammlung Lorenzen: Großer Zuspruch wirft ein schlechtes Licht auf die Sozialpolitik des Landes

Der Ortsverband Ellerhoop im Sozialverband Deutschland (SoVD) hat derzeit 260 Mitglieder aus 23 Gemeinden und Städten. Das hat der Vorsitzende Eike Dümichen vor Kurzem während der Mitgliederversammlung im Gasthof „Zur Linde“ bekanntgegeben. „Eine beeindruckende Zahl, aus der hervorgeht, dass viele ältere Menschen die Beratung und Betreuung nötig haben“, sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Peter Lehnert als Gastredner, der selbst Mitglied ist. Heike Lorenzen vom Kreisvorstand des SoVD wurde deutlicher. „Der große Zuspruch ist ein bitterer Tropfen und wirft ein schlechtes Licht auf die Sozialpolitik des Landes“, sagte sie, selbst 30 Jahre im SoVD Kreisvorstand tätig.

Der Kreisverband Pinneberg habe 17  808 Mitglieder und sei der viertgrößte Verband im Land Schleswig-Holstein, das insgesamt 140  000 SoVD-Mitglieder habe. „Die Arbeit der Ehrenamtler ist wichtig, die der Hauptamtlichen ebenso“, sagte Lorenzen. So würden sich die meisten gerichtlichen Auseinandersetzungen mit dem Schwerbehindertengesetz befassen, weiter mit der Grundsicherung für Arbeitssuchende und der gesetzlichen Rentenversicherung. „83 Fälle führten zum Erfolg, 72 nicht“, so Lorenzen. Bei den Widerspruchsverfahren seien 235 Fälle erfolgreich gewesen, 318 dagegen nicht. „Gerichtlich wurden bei einmaligen Nachzahlungen 1,28 Millionen Euro erstritten, bei monatlichen Nachzahlungen 153  237 Euro“, sagte sie.

Als große politische Schlappe bezeichnete Lorenzen die Schließung des Seniorenheims in Kummerfeld. „Die Politik hat sich zu spät eingeschaltet“, monierte sie. Es werde immer beteuert, dass mehr Heime benötigt würden. „Hier werden Menschen als Ware betrachtet“, so Lorenzen. „Es kann nicht sein, dass Menschen dazu benutzt werden, Aktionäre zu befriedigen“, ergänzte Lehnert. Altenheime seien nicht dazu da, Gewinne zu erzielen, sondern gehörten in öffentliche Hände.

Ellerhoops Bürgermeisterin Wiebke Uhl dankte dem Ortsverband für die vielen Aktivitäten im Sinne der älteren Mitbürger. „Wir haben 2016 insgesamt neun Veranstaltungen mit 507 Mitgliedern gehabt“, so Dümichen. Es seien Ausfahrten, Feste und ein Matjesessen mit der örtlichen Feuerwehr dabei gewesen. „Wir haben Besuche bei kranken und älteren Mitgliedern gemacht und auch zu Jubiläen gratuliert.“ Er dankte Schatzmeisterin Anke Offermann, die das Geld geschickt einplane und Aktivitäten organisiere. Für fünf Jahre Ehrenamt dankte Dümichen Lambert Früchtenicht und Gaby Krohn. Zudem wurden weitere Mitglieder geehrt.

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