Barmstedt : Sommerfest als Zeitreise in die 50er

Johanna Nowitzki zeigte Christoph Merker die Mode der 50er-Jahre.
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Johanna Nowitzki zeigte Christoph Merker die Mode der 50er-Jahre.

Zwischen Plattenspielern und bunten Kleidern: 200 Bewohner und Gäste feiern im Sinnesgarten des Seniorenheims Barmstedt/Rantzau.

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21. Juli 2014, 13:00 Uhr

Barmstedt | Bobby Darin sang „Dream Lover“, Chris Barber jazzte sein berühmtes „Ice Cream“, und viele Bewohner des Seniorenheims Barmstedt/Rantzau nickten lächelnd. Das Sommerfest der Einrichtung stand im Zeichen der 50er-Jahre – und wurde bei strahlendem Sonnenschein im Sinnesgarten gefeiert. Die weit mehr als 200 Bewohner und Besucher genossen dabei die fröhliche Stimmung. Vor allem das Personal hatte sich etwas Besonderes einfallen lassen: Mit neckischen rotweiß gepunkteten Haarbändern, die mit Schleifen verziert waren, bewirteten sie die Sommergäste. Da gab es das Kuchenbuffet, an dem nach dem Keks-Schokoladen-Kuchen „Kalter Hund“ gegriffen wurde. Da gab es die Milchshakebar, an der köstliche Erdbeermilch vor den Augen der Besucher zubereitet wurde. Gegrillt wurde später ebenfalls.

Songs wie „Baby, Come Back“ von den Equals und „Pretty Woman“ von Roy Orbison legte Erasius Horres auf. An seinem Plattenspielerstand stapelten sich Dinge aus den 50er-Jahren wie Schuhe, Hüte und Plattenhüllen. Ilse Glismann, Bewohnerin des Seniorenparks, erzählte, wie sie die 50er-Jahre erlebt hatte. „Ich war etwa 20 Jahre alt. Wir fuhren zum Tanzen zu Willi Hahn“, erinnerte sie sich. Tango und Walzer hätte sie gerne getanzt. Und die Kleiderfrage? „Jedenfalls keine Hosen“, so unisono die Antwort am Tisch. „Wir zogen uns schick an“, so Glismann.

Elvira Stegemann war aufgrund ihre Kinder zu dieser Zeit viel beschäftigt. Zudem baute ihre Familie ein Haus. Trotzdem begleitete sie ihren Mann, der eine Musikagentur betrieb, zu Tanzveranstaltungen und lernte Interpreten wie Drafi Deutscher persönlich kennen. „Rahn schießt – Tor, Tor, Tor“ ertönte plötzlich die aufgeregte Originalstimme des Radiokommentators Herbert Zimmermann durch den Garten – abgespielt von Horres. „3:2 für Deutschland“, bejubelte Zimmermann den Sieg der Nationalelf gegen Ungarn im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft 1954 in Bern. Ältere Herren schmunzelten.

Horres hatte zudem Johanna Nowitzki mitgebracht, die im Garten Mode der 50er-Jahre vorführte. Heimleiter Christoph Merker lobte das Personal, das wahrhaft fleißig das Flair der 50er-Jahre vorbereitet hatte. Er verwies auf die Sammlung alter Staubsauger, Musikboxen, Toaster, Fotoapparate, Rechenmaschinen und Bügeleisen, die ausgestellt waren. „Ich hatte eine Tante, die hatte noch Kohlen im Bügeleisen“, berichtete eine Betrachterin.

Auch Bürgermeisterin Heike Döpke betrachtete die damals modernen Relikte. Bewohnerin Herta Herrmann war flotte 20 Jahre alt, als sie Schlager von Esther und Abi Ofarim oder den Monkeys hörte. Sie tanzte im Dorfkrug in Groß Offenseth-Aspern, im Tanzlokal von Max Eggert in Voßloch und heiratete 1952. „Es war eine schöne Zeit“, sagte sie, und weiter: „Aber jetzt ist es auch schön.“

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