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Barmstedt : So wirkt sich die L75-Sperrung aus

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Volle Straßen in der Innenstadt und mehr als 50 Verwarnungen für Autofahrer. Die Akzeptanz für die geänderte Verkehrsführung ist mittlerweile aber gestiegen.

Die Landesstraße 75 (L75) in Barmstedt wird möglicherweise früher als geplant für den Verkehr freigegeben. Wie Peter Tabbert – Sachgebietsleiter Brückenbau beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Itzehoe – berichtete, könnte die Straße – wenn alles weiterhin optimal läuft –  während der übernächsten Woche wieder befahrbar sein. „Petrus hat mitgespielt“, sagte Tabbert mit Blick auf das gute Wetter in den vergangenen Tagen. „Wir liegen super im Zeitplan.“ Zu Beginn der Bauarbeiten am 31. August war der Landesbetrieb noch davon ausgegangen, dass die L75 etwa fünf Wochen lang – also bis Anfang Oktober – gesperrt bleiben werde.

Aufgrund der Sperrung rollt ein Großteil des Verkehrs durch die Barmstedter Innenstadt. Um Staus und stockenden Verkehr zu verhindern, hatte die beauftragte Baufirma in den vergangenen Wochen die Beschilderung in den Straßen der Stadt ergänzt. Unter anderem wurden in der Hamburger Straße, der Au-, der Reichen-, der Feld- und der Mühlenstraße absolute Halteverbote eingerichtet.

Und auch am Mühlenweg (L75) wurde die Beschilderung ergänzt. Ab der Einmündung Großer Kamp ist die Straße nur noch für Anlieger und Busse freigegeben. Dennoch hat die Polizei bereits mehr als 50 Verwarnungen aussprechen müssen.

Die Sperrung der L75 zwischen dem Kreisel an der Pinneberger Landstraße und der Einmündung Mühlenweg/Hamburger Straße beeinflusst den Verkehr in Barmstedt massiv. Seit Ende August ist die Straße wegen Arbeiten an den Brücken über die Krückau und Schleusenau gesperrt. Der Fernverkehr soll die Stadt großräumig über Hemdingen, Ellerhoop und Bevern (L  110 und L  195) umfahren. Doch die meisten Auto- und Lastwagenfahrer wählen den direkten Weg durch die Innenstadt. „Die fahren alle hier durch“, sagt eine Anwohnerin, als wieder ein Vierzig-Tonner an dem Lkw-Verbotsschild an der der Hamburger Straße vorbei donnert. Verkehr und Lärm hätten in den vergangenen Wochen spürbar zugenommen. Mit dem Auto sei es kaum noch möglich, vom Hof auf die Straße abzubiegen.

Die Bauarbeiten an der L  75 werden aber voraussichtlich früher beendet sein, als geplant. Statt Anfang Oktober geht Peter Tabbert, Sachgebietsleiter Brückenbau beim Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr in Itzehoe, davon aus, dass die Straße schon in der 39. Kalenderwoche wieder freigegeben wird. Die Verkehrsführung sei vor den Bauarbeiten mit der Verkehrsaufsicht, dem Kreis Pinneberg, der Polizei, der Stadt Barmstedt und dem Amt Rantzau abgestimmt worden. Ein Problem – gerade aus Richtung Heede: „Viele folgen nicht der überörtlichen Umleitung über Hemdingen, Ellerhoop und Bevern, sondern dem Verlauf der Kreisstraße“, so Heiko Lichy vom Ordnungsamt der Stadt Barmstedt. Daher sei der Verkehr in der Innenstadt zu Beginn der Bauarbeiten nur sehr langsam voran gekommen. „Jetzt ist der Verkehrsfluss da“, so Lichy – weil die beauftragte Baufirma bei der Beschilderung nachgebessert habe. Auf den Durchgangsstraßen in der Innenstadt gelten nun absolute Halteverbote, ab der Einmündung Mühlenweg/Großer Kamp ist die Straße nur noch für Anlieger und Busse freigegeben. Die Beschilderung habe die Baufirma vornehmen müssen, so Lichy. „Sonst müssen wir das bezahlen, wenn das der Bauhof macht“, sagt er.

Mittlerweile habe sich die ganze Situation eingependelt, so Lichy weiter. Gerade in den Sommermonaten sei um Barmstedt herum sehr viel gebaut worden. „Aber es führt auch zu einer besseren Infrastruktur“, sagt er. In den nächsten Tagen wird der Verkehr aber vorerst weiter durch die Barmstedter Innenstadt rollen. Bestrebungen, Vorwegweiser aufzustellen, die deutlicher auf die Umleitung über Hemdingen, Ellerhoop und Bevern hinweisen, gebe es bislang nicht, so Tabbert.

Die Barmstedter Polizei hat aufgrund der Sperrung in den vergangenen Tagen zahlreiche Verwarnungen aussprechen müssen. „Aufgrund von Bürgerbeschwerden und von Seiten der Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein haben wir uns am Weg am Spitzerfurth aufgestellt“, so Barmstedts Polizeichef Peter Kroll. Dort ist die Durchfahrt für Fahrzeuge aller Art verboten. Nur Busse sowie land- und forstwirtschaftlicher Verkehr haben freie Fahrt. „Mehr als 50 Verwarnungen mit Verwarnungsgeld haben wir ausgesprochen“, so Kroll. 20 Euro mussten die Verkehrssünder jeweils zahlen. „Im Wiederholungsfall verdoppelt sich die Summe“, sagt der Barmstedter Polizeichef. Viele der Verkehrsteilnehmern hätten verständnisvoll reagiert. „Es gab aber auch Pöbeleien“, so Kroll. Zudem habe die Polizei vier kleine „Grabenrutscher“ im Weg am Spitzerfurth registriert. „Aber es gibt natürlich eine Dunkelziffer“, gibt Kroll zu bedenken.

Mit zunehmender Zeit, berichtet Kroll, würde die Akzeptanz für die geänderte Verkehrsführung steigen. Zu den Stoßzeiten habe es in der Barmstedter Innenstadt immer wieder diverse Staus gegeben. „Das Halteverbot hat aber dazu beigetragen, dass der Verkehr etwas flüssiger läuft.“

Auch die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein hätten sich auf die Sperrung der L  75 eingestellt. Bei einigen Bussen gebe es aufgrund der Baustelle Zeitverzögerungen von wenigen Minuten, so Pressesprecher Martin Beckmann. Das betreffe unter anderem die Linien 6541, 6544 und 294. Die betroffenen Schulen seien darüber informiert worden, dass die Schüler möglicherweise etwas später kommen würden.

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erstellt am 12.Sep.2015 | 16:30 Uhr

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