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Ausstellung im Rathaus : So sehen Barmstedter ihre Stadt

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Künstler porträtieren 18 Barmstedter und ihre Beziehung zu ihrem Wohnort. Wichtig: Kultur und Miteinander.

shz.de von
erstellt am 14.Okt.2014 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Was die Menschen in Schleswig-Holstein mit ihrem jeweiligen Heimatort verbinden, ergründen die Kappelner Künstler Ann-Kristin Jahrmann und Laurenz-Alexander Schettler derzeit in einem groß angelegten Projekt. Barmstedt ist die erste der bislang 20 Städte, in der sie das Ergebnis ihrer Arbeit vorstellen. In der Kommunalen Halle zeigen sie mit ihrer Ausstellung „Du und Dein (W-)Ort – Portraits grenzenlos“ das Kondensat ihrer Gespräche mit 18 Barmstedtern, ergänzt durch atmosphärisch dichte fotografische Porträts.

Was dort zu entdecken ist, ist das Entstehen einer faszinierenden Topographie der subjektiven Heimatbestimmung Schleswig-Holsteins. „Es waren lange, ergiebige Gespräche“, sagt Schettler, „und es ist wie eine Wundertüte: Man weiß nicht, was kommt.“

Was sind die Barmstedter Spezifika, die die Künstler entdeckt haben? Als besonders aufgeschlossen und freundlich empfanden sie die Menschen hier; die Natur und die Schlossinsel als Kulturort sind die Assoziationen, die sie am häufigsten genannt bekamen. Das freut ihre Berufskollegin Karin Weißenbacher von der Galerie III, die Barmstedt in ihrem Porträt bündig und bestimmt mit Kunst und Kultur verbindet: „Das beeindruckt mich, dass die Schlossinsel den Menschen so präsent ist.“

Karin Nickel erlebt Barmstedt seit ihrem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben viel bewusster, wie sie sagt. Für sie sei inzwischen das Funktionale des Wohnorts ganz hinter die emotionale Verbundenheit zum Heimatort getreten, „man hat die Dinge zu schätzen gelernt“. Sie erzählt in ihrem Porträt davon, wie sie sich im Förderkreis Altenpflege für das Seniorenheim einbringt. Um „individuelle Zuwendung“ für ihre Mit-Barmstedter gehe es ihr dabei: Es ist dies, das aufmerksame, wohlwollende Miteinander, das für sie Heimat bedeutet.

Interessant dürfte besonders der regionale Vergleich der Porträts werden, den das Künstlerpaar plant: „Was sagen die Menschen in Barmstedt, in Plön, in Husum – sind die ganz anders drauf?“ Wobei die Künstler ihr Projekt räumlich weiter fassen, begreifen sie doch das Küstenland als Teil eines gemeinsamen Kulturraums mit Skandinavien, auf das sie das Projekt auszudehnen planen. Auch eine zeitliche Dimension soll die Aktion erhalten: In ein paar Jahren wollen Jahrmann und Schettler in Barmstedt nach dem Wandel im Heimatempfinden forschen.
 

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