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Bebauung der Lilschen Wiese : „So kann ich mich nicht entscheiden“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Viele Unbekannte: Das Info-Schreiben der Stadt zum Bürgerentscheid wirft mehr Fragen auf als das es Antworten gibt.

Bis vor kurzem war Jürgen Peters (Name geändert) noch sicher: Er würde beim Bürgerentscheid am 22. September für eine Bebauung der Lillschen Wiese stimmen, weil er von der – damit verbundenen – langen Sohlgleite überzeugt ist. Das hat sich geändert. „Jetzt weiß ich leider nicht mehr, wofür ich mich entscheiden soll“, sagte der Barmstedter im Gespräch mit unserer Zeitung.

Grund: In dem mehrseitigen Info-Schreiben, das die Verwaltung an alle 8000 wahlberechtigten Barmstedter verschickt hat, fehle eine wichtige Information: nämlich eine Aussage darüber, wer die für den Bau der langen Sohlgleite erforderliche, etwa vier Hektar große Fläche südlich des Spitzerfurth (L 75) kaufen und bezahlen müsste.

Peters schwant, dass das die Stadt sein wird – nachdem der Abwasserzweckverband (azv), der die Fläche ursprünglich kaufen wollte, sich aus dem Projekt verabschiedet hat. „Aber das Geld hat die Stadt doch gar nicht. Was bedeuten würde, dass wir dann wieder neue Schulden machen müssten“, empört sich Peters. Zumal die Fläche „sicher nicht zum Preis von Ackerland“ zu haben sein werde.

Stadtsprecher Wolfgang Heins begründete das Fehlen der Information auf Anfrage unserer Zeitung damit, dass es über den Kauf der Fläche „bisher weder Verhandlungen noch einen politischen Beschluss gibt“. Es werde erst das Ergebnis des Bürgerentscheids abgewartet, „und dann sehen wir weiter“. Peters Einwand, sich ohne diese Information nicht entscheiden zu können, ließ er nicht gelten. „Es gibt ja nicht nur diese eine Unbekannte.“

In der Tat: Welche der Variante am Ende wie viel kosten würde, weiß keiner. In der Verwaltungsvorlage heißt es lediglich, die lange Variante werde vom Land „mit 90 Prozent als förderfähig angesehen“ – konkrete Zahlen fehlen. Anders im Schreiben, das die Bürgerinitiative (BI) ,Rettet den Lillschen Hügel’ verschickt hat: „Die Kosten der langen Variante belaufen sich nach derzeitigem Kenntnisstand auf etwa 3,5 Millionen, von denen die Stadt etwa 1,485 Millionen zu tragen hätte“, heißt es darin. Auch die Fläche südlich der L75 wird angesprochen, „deren Kaufpreis noch nicht bekannt ist“.

Die 1,2 Millionen Euro für den Kauf der Lillschen Wiese will die Stadt durch die Bebauung refinanzieren. Doch dass diese Rechnung aufgehen würde, hält zumindest BI-Sprecher Sitta für „Träumerei“ – und meint, die von der BI vorgeschlagene ,kleine Lösung’ werde den städtischen Haushalt „mit maximal 50 000 Euro belasten“.

Wer auch immer Recht haben sollte: Vermutlich wird es den meisten Barmstedtern bei ihrer Entscheidung am 22. September weniger ums Geld als vielmehr darum gehen, wie sie generell zu einer Bebauung der Lillschen Wiese stehen.

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erstellt am 11.Sep.2013 | 12:00 Uhr

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