Mit einem Drohnenpiloten unterwegs : So entsteht unsere Luftbild-Serie für Barmstedt und Elmshorn

Hans-Joachim Kölln im Einsatz: Von der Wiese hinter dem ehemaligen Rewe-Markt macht der Drohnenpilot seine Luftbilder von Barmstedt.
Hans-Joachim Kölln im Einsatz: Von der Wiese hinter dem ehemaligen Rewe-Markt macht der Drohnenpilot seine Luftbilder von Barmstedt.

Mit seiner Drohne hat Hans-Joachim Kölln alle Dörfer rund um Barmstedt und Elmshorn sowie beide Städte porträtiert.

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07. September 2019, 10:00 Uhr

Barmstedt | Das Surren wird kurz lauter, dann hebt die Drohne ab. Wenige Sekunden später schwebt das kleine Fluggerät in etwa 90 Metern Höhe über einer Wiese am Barmstedter Küsterkamp. Pilot Hans-Joachim Kölln schaut zufrieden auf das Display seines Smartphones, das als Monitor der Fernbedienung dient, auf dem nun die halbe Barmstedter Innenstadt aus der Luft zu sehen ist. Ein paar Klicks später sind die Fotos fertig, und Kölln landet seine Drohne wieder genau an dem Punkt, wo sie abhob.

20 bis 25 Minuten kann die Drohne mit einer Akku-Ladung in der Luft bleiben.
Christian Uthoff
20 bis 25 Minuten kann die Drohne mit einer Akku-Ladung in der Luft bleiben.
 

Ob Barmstedt, Osterhorn, Bevern oder Seestermühe: Hans-Joachim Kölln war in den vergangenen Wochen in allen Dörfern rund um Barmstedt sowie Elmshorn und auch in den Städten unterwegs, um für unsere neue Serie „Hier bin ich Zuhause“ Luftbilder der einzelnen Orte zu machen. In den kommenden Monaten wird unsere Zeitung zweimal pro Woche einen Ort und seine Bewohner porträtieren. Die Menschen werden von ihren Lieblingsplätzen, ihren Erlebnissen und der Historie der Kommune erzählen.

Die einzelnen Serienteile werden voraussichtlich immer dienstags und freitags in der Barmstedter Zeitung und den Elmshorner Nachrichten sowie online bei shz.de erscheinen – beginnend am Dienstag, 10. September, mit Barmstedt, das wir aufgrund seiner Größe aus drei verschiedenen Perspektiven zeigen.

Doch einfach abheben und fotografieren: So einfach ist das mit den Drohnen dann doch nicht. Grundsätzlich regeln die Luftverkehrsordnung (LuftVO) und Luftverkehrsgesetze (LuftVG) alles, was sich in unserem Luftraum abspielt. Die Drohnenverordnung aus 2017 ist eine Ergänzung und Novellierung des bestehenden Luftfahrtgesetzes.

Bis zu 100 Meter in Barmstedt erlaubt

Mit einer App der Deutschen Flugsicherung (DFS) orientiert Kölln sich vor seinen Flügen, wo er starten kann und wie hoch er maximal fliegen darf. In Barmstedt sind nahe der Heiligen-Geist-Kirche bis zu 100 Meter in Ordnung, nur einige Kilometer weiter in Richtung Heede oder in Quickborn ist die erlaubte Flughöhe nur 50 Meter, bedingt durch die Schutzzone um den Flughafen in Hamburg-Fuhlsbüttel.

Auch bei der Wahl der Startposition macht sich Kölln vorab zahlreiche Gedanken. Einen ersten Eindruck für einen geeigneten Startplatz gewinnt er per Google Maps, alles weitere schaut er sich vor Ort genau an.

In Barmstedt hätte ich auch auf vom Parkplatz vor dem ehemaligen Rewe-Markt starten können. Hans-Joachim Kölln
 

Doch dann hätten die Besitzer der geparkten Autos eventuell ein ungutes Gefühl, wenn die Drohne über den Fahrzeugen schwebe.

Etwa 1500 Euro hat Köllns Drohne samt Zubehör gekostet. Eine Akkuladung reicht für etwa 20 bis 25 Minuten Flugzeit – „je nachdem, wie viel Wind gerade herrscht“. Um ausreichend Fotos zu machen, würden ihm aber meist – wie auch in Barmstedt – zwei bis drei Minuten reichen. Gesteuert wird per Fernbedienung, die sich vor einem Start automatisch mit GPS-Satelliten verbindet, um den Standort des Piloten und den Ort der Drohne jederzeit genau feststellen und die Drohne zentimetergenau steuern zu können.

Etwa 1500 Euro hat die Drohn samt Zubehör gekostet. Gesteuert wird per Fernbedienung, die Bilder sind auf dem Smartphone-Display zu sehen.
Christian Uthoff
Etwa 1500 Euro hat die Drohn samt Zubehör gekostet. Gesteuert wird per Fernbedienung, die Bilder sind auf dem Smartphone-Display zu sehen.
 

„Mindestens zu sechs Satelliten sollte man Verbindung haben, meistens sind es aber mehr“, sagt Kölln. Etwa sieben Kilometer weit könne die Drohne in der Theorie fliegen. Heißt: Theoretisch könnte Kölln die Fotos für Ellerhoop auch vom Barmstedter Marktplatz aus machen. In der Praxis ist das aber unmöglich: Die Drohne muss immer in Sichtweite des Piloten bleiben. Zu beachten sind ebenfalls Flugeinschränkungen wie der Abstand zu Menschenmengen oder Bundesfernstraßen oder auch absolute Betriebsverbote, wie das Fliegen über sensiblen Bereichen wie Gefängnissen oder Regierungseinrichtungen.

Bei einem Drohnengewicht von 1,7 Kilogramm benötige er eigentlich keine Genehmigung zum Starten, berichtet Kölln.

Aber da ich das gewerblich mache, muss ich doch einige Voraussetzungen erfüllen. Hans-Joachim Kölln
 

So ist eine spezielle Versicherung Pflicht. Die Drohne muss außerdem mit dem Namen des Besitzers markiert sein, damit bei einem Absturz der Eigentümer gefunden werden kann. Zudem hat Kölln alle Flüge bei den Polizeistationen in Elmshorn, Hörnerkirchen oder Barmstedt angemeldet - so wollen es die Vorgaben des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr in Kiel in der sogenannten Allgemeinerlaubnis für die gewerbliche Nutzung von Drohnen in Schleswig-Holstein.

Im ersten Teil unserer Serie „Hier bin ich zu Hause“ erzählt Jan Teegen aus Barmstedt, wie er sich für die Geschichte der Stadt zu interessieren begonnen hat. Der Serienteil erscheint am Dienstag, 10. September.

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