FSJ in Tansania : Sie will Kindern in Afrika helfen

Die Nationalflagge hat sie schon – am 20. Juli startet Greta Dittmer (18) in ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Tansania.
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Die Nationalflagge hat sie schon – am 20. Juli startet Greta Dittmer (18) in ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Tansania.

Greta Dittmer reist für ein Freiwilliges Soziales Jahr nach Tansania. Die einfachen Lebensumstände reizen sie besonders.

shz.de von
06. Juli 2015, 16:15 Uhr

Barmstedt/Tansania | Zwei Wochen noch, dann geht sie los: die Reise nach Tansania. Aber Greta Dittmer (18) will dort keinen Urlaub verbringen, sondern helfen: An einer Vorschule auf dem Land will die junge Barmstedterin drei- bis sechsjährige Mädchen und Jungen in Englisch, Mathematik, Erdkunde und Musik unterrichten. Ein Jahr lang wird Dittmer – die gerade ihr Abitur gemacht hat – in dem afrikanischen Staat leben – unter einfachsten Bedingungen. „Wir werden zu zweit in einer Hütte wohnen. Die Küche ist draußen, die Wäsche muss man mit der Hand waschen, die Stromversorgung ist schwierig, und zum Duschen gießt man sich Wasser über den Kopf“, erzählt sie.

Die einfachen Bedingungen schrecken Dittmer aber nicht ab – im Gegenteil. „Gerade deswegen möchte ich dorthin.“ Ein weiterer Wunsch war der Ort: Sie wird in New Land wohnen, einem kleinen Dorf am Rande des Kilimandscharo. „Einen großen Laden gibt es dort nicht, der ist ein paar Kilometer weit entfernt. Da werden wir dann einmal in der Woche zum Einkaufen hinfahren.“ Aber auf dem Land werde sie die afrikanische Kultur besser kennenlernen als in einer Stadt, meint Dittmer.

Dass sie ihr Freiwilliges Soziales Jahr in Tansania absolvieren will, weiß Dittmer seit vier Jahren. „Damals hatte ich den Vortrag einer Freiwilligen gehört, die dort war. Ich war total begeistert, habe sie gefragt, wie sie da rangekommen ist, mich dann schnell beworben und meinen Wunschplatz bekommen.“ Um für den Aufenthalt gerüstet zu sein, hat Dittmer drei Vorbereitungsseminare in Deutschland absolviert; im ersten Monat in Tansania wird sie an einer Sprachschule Kiswahili lernen. „Das ist hilfreich, damit man respektiert wird.“ Generell sei das Land für eine hellhäutige Frau nicht ganz ungefährlich: „Ab 18 Uhr wird es dunkel, und dann sollen wir nicht mehr auf die Straße gehen, wurde uns gesagt.“

Um die Aufenthalte finanzieren zu können, ist die Organisation auf Spenden angewiesen. Jeder Freiwillige muss 1800 Euro selbst aufbringen. Wer Dittmer unterstützen möchte, erreicht sie unter 04123-3078 oder greta-dittmer@hotmail.de. Auf Wunsch erhält  jeder Spenden regelmäßig ihren Rundbrief.

Auch die tropischen Temperaturen würden Umstellungen erfordern, meint Dittmer: „Ich werde wohl kaum noch Sport machen können“, bedauert sie, die „alles liebt, was auspowert“. Musikalisch ist sie auch; sie spielt seit zwölf Jahren Klavier und will ihre Gitarrenkenntnisse verbessern, „denn ein Klavier wird es da wohl nicht geben“. Am meisten aber haben es Dittmer Kinder angetan. „Die sind meine große Leidenschaft.“ So hat sie sich in der Barmstedter Kinderstadt, in der Kita Rasselbande und bei der Gemeinschaft in der Landeskirche ehrenamtlich um den Nachwuchs gekümmert.

Nach Hause zu fahren, ist für die Freiwilligen während des Jahres nur in Ausnahemfällen vorgesehen. Allein sei sie aber nicht: Ihre Mitbewohnerin und sie werden von einem Volunteer betreut. „Das gibt mir schon ein besseres Gefühl, als ganz auf sich allein gestellt zu sein“, sagt sie.

Tansania liegt im Osten Afrikas. Es grenzt unter anderem an den Viktoriasee. Im Nordwesten liegt der bekannte Serengeti-Nationalpark. Die 41 Millionen Einwohner sprechen 127  Sprachen. Die Bevölkerung wächst stark: Durchschnittlich bekommt jede Frau 5,3 Kinder – was sich im Altersdurchschnitt widerspiegelt: Derzeit sind etwa 44 Prozent der Tansanier jünger als 15 Jahre.
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