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Barmstedter Zeitung

22. Oktober 2017 | 05:28 Uhr

Sie ist „sexy, aber nicht vulgär“

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die 27-jährige Nina von Horn aus Barmstedt arbeitet als Retro-Pin-up-Model

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2014 | 13:41 Uhr

Bluse aus Seidenchiffon, schwarze Schlaghose und High Heels: In diesem Tenue öffnet Nina von Horn ihre Wohnungstür. Sie ist perfekt geschminkt. Dezenter Schmuck vollendet den Ladylook. Fast etwas irritierend wirken da ihre grellrot gefärbten Haare. „Das ist mein Markenzeichen“, erklärt die 27-Jährige. 4 Auf den Fotos trägt sie schwingende Kleider, Bleistiftröcke, Pfennigabsätze und Pelz. Oft räkelt sie sich in, vor oder auf einem Oldtimer. Auch Aufnahmen mit Strumpfband und Korsage gibt es von der jungen Frau. „Die Bilder sind sexy, aber nicht vulgär“, betont sie. Für Nacktfotos will sich Nina von Horn nicht zur Verfügung stellen. „Das ist nicht mein Fall.“

Eigentlich wollte von Horn nach der Schule Kfz-Mecha-tronikerin werden. Doch einen Ausbildungsplatz bekam sie nicht. Ein Arbeitgeber lehnte sie mit der Begründung ab, dass sie die anderen Mitarbeiter zu sehr ablenken würde. „Als Frau hat man in dieser Branche einfach schlechte Chancen“, sagt das Model schulterzuckend. Stattdessen lernte von Horn Speditionskauffrau. „In dem Job habe ich aber nur ein Jahr gearbeitet. Das war nichts für mich“, erklärt sie.

Von Horn ging deshalb beruflich neue Wege. Sie jobbte in einer Casting-Agentur für Models. „Irgendwann hat mich meine Chefin auch in die Kartei aufgenommen“, erinnert sich von Horn. Es dauerte nicht lange, bis Fotografen auf ihre Set-Karte aufmerksam wurden. 2011 bekam sie das Angebot, sich für einen Pin-up-Kalender mit alten Autos ablichten zu lassen. „Die Arbeit an dem Kalender hat mir super gefallen“, sagt sie. Spätestens da sei ihr klar geworden, dass sie in der Branche etwas erreichen will. Sie gab sich einen Künstlernamen („Nina von Horn klingt elegant“) und färbte ihre blonden Haare rot. Um auf sich aufmerksam zu machen, legte sie sich eine eigene Homepage und eine Seite im Internet-Netzwerk Facebook zu. Dort hat sie mittlerweile mehr als 2200 „Likes“.

Ihre Strategie scheint aufzugehen, denn Aufträge kommen rein. Aktuell ist das Model auf dem Kalender „Girls & Legendary US-Cars 2014“ zu sehen. Vor wenigen Tagen wurde sie zu einem Casting des Mode-Unternehmens TK Maxx eingeladen.

Dass sie keine Maße wie Heidi Klum oder Claudia Schiffer hat, stünde ihrer Karriere als Retro-Model nicht im Wege, ist sich von Horn sicher. „Da sind weibliche Rundungen wichtig“, sagt sie. Und die bringt sie auch mit: Laut Set-Karte ist die Barmstedterin 1,66 Meter groß, hat ein Gewicht von 62 Kilogramm, einen Taillenumfang von 72 Zentimetern und Körbchengröße 80 F. Um in Form zu bleiben, geht sie regelmäßig ins Fitnessstudio. Ihren Schneewittchenteint schützt sie vor der Sonne. Viel Trinken gehört sowieso zum Pflichtprogramm. „Zur Kosmetikerin gehe ich nicht. Das mache ich selbst“, sagt von Horn. Auch für die perfekt gezupften Augenbrauen benötige sie keine Hilfe. „Ich werde oft angesprochen, wie ich das hinkriege.“

Die Mode der 1950er und 1960er Jahre findet von Horn so elegant, dass sie die Kleidung auch privat trägt. Manche Stücke näht sie sich, andere kauft sie in speziellen Nostalgie-Geschäften oder im Internet. Accessoires wie Blumenspangen bastelt sie. Ihr Retro-Faible geht so weit, dass sie sich sogar Möbel aus ihrer Lieblingszeit zugelegt hat. Und natürlich höre sie gern die Hits von Jonny Cash und Elvis Presley. „Der Stil der 1950er und 1960er Jahre ist für mich zur Lebenseinstellung geworden“, sagt die junge Frau.

Außer dem Modeljob hat sich Nina von Horn noch ein zweites berufliches Standbein zugelegt: Sie arbeitet auch als Fotografin. In ihrer Wohnung hat sie sich ein kleines Studio eingerichtet. Aber auch auf Veranstaltungen schießt sie Aufnahmen für Auftraggeber – beispielsweise vom Autorennen Nitrolympix auf dem Hockenheimring. Vom Modeln und Fotografieren könne sie sich ihren Lebensunterhalt finanzieren, sagt die Barmstedterin.

Nina von Horn hat noch viel vor. „Ich möchte bekannter werden“, sagt sie. In diesem Jahr will sie mit der Schauspielerei beginnen. Ihr größter Traum ist jedoch der Durchbruch als Retro-Model in den USA. Ihre beruflichen Ziele verfolgt die Barmstedterin allerdings nicht mit Verbissenheit: „Ich mache nur so lange weiter, wie es mir Spaß macht.“

>www.facebook.de/ninavonhorn
>www.ninavonhorn.com


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