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„Es ist schön, dass ich helfen kann“ : Sie ist die jahrgangsbeste Orthopädiemechanikerin

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Seike Sophie Matthiesen wird als jahrgangsbeste Orthopädiemechanikerin ausgezeichnet. Zu ihrem Beruf kam sie durch Zufall.

shz.de von
erstellt am 10.Feb.2016 | 12:15 Uhr

Barmstedt | Es begann damit, dass sie Einlagen bekam. „Als ich die abgeholt habe, bin ich mit der Auszubildenden ins Gespräch gekommen, die mir von ihrem Beruf vorgeschwärmt hat“, erzählt Seike Sophie Matthiesen, die damals noch bei ihren Eltern in Borstel-Hohenraden wohnte und in Quickborn zur Realschule ging. Nach der Unterhaltung habe sie gewusst: „Das könnte auch was für mich sein.“ Ein Praktikum habe sie dann in ihrem Gefühl bestätigt: „Das ist es.“ Das Gefühl trog sie nicht: Vor einem Jahr bestand sie die Gesellenprüfung zur Orthopädiemechanikerin als Jahrgangs- und Landesbeste. Am Sonnabend wird sie dafür noch einmal von der Kreishandwerkskammer ausgezeichnet.

Ihr Beruf sei sehr vielseitig, sagt Matthiesen: Er verbinde Handwerk und Soziales. „Ich habe jeden Tag mit anderen Leuten zu tun, und es ist schön zu sehen, wenn jemand dank meiner Hilfe wieder laufen kann.“ Nach ihrer dreieinhalbjährigen Lehre bei Liebau in Schenefeld arbeitet die 20-Jährige seit einem Jahr im Außendienst. „Ich besuche Arztpraxen, Krankenhäuser und auch Patienten zuhause“, sagt Matthiesen. Bis eine Probeprothese fertig sei, vergehe etwa eine Woche. „Die muss der Patient dann längere Zeit tragen, bevor ich die endgültige herstellen kann“, so Matthiesen. Das dafür verwendete Material – Carbon und Harz – sei extrem belastbar. „Manche hüpfen bei der Anprobe sogar darauf herum“, sagt sie schmunzelnd.

Berührungsängste habe sie in ihrem Beruf nie gehabt, sagt Matthiesen. Auch die Reaktionen, wenn sie erzähle, was sie beruflich mache, seien nie negativ gewesen. „Höchstens verwundert, weil der Beruf nicht so verbreitet ist.“ Zu ihren Patienten gehörten vor allem Diabetiker und Unfallopfer, so Matthiesen. „Die meisten sind Ältere, aber theoretisch kann es jeden treffen.“ Unangenehm seien den meisten die Prothesen nicht, hat sie festgestellt. „Auf den ersten Blick sehen die mittlerweile auch ganz natürlich aus.“

Ob sie eines Tages die Meisterprüfung ablegen wird, wisse sie noch nicht, sagt Matthiesen. „Jetzt sind neben der Arbeit erstmal die Seminare dran.“ Als Jahrgangsbeste finanziere ihr die Handwerkskammer mehrere Weiterbildungsangebote.

In ihrer Freizeit ist Matthiesen, die noch eine ältere Schwester und einen jüngeren Bruder hat, eine begeisterte Tänzerin. „Ich tanze seit mehr als fünf Jahren zwei Mal pro Woche in Pinneberg Standard und Latein“, sagt sie. Dabei sei sie aber nicht übertrieben ehrgeizig, fügt sie an: „Turniere tanze ich nicht.“ Und eines will sie am Ende des Gesprächs noch loswerden: Ihren Prüfungserfolg habe sie auch ihrem Ausbilder Matthias Krebelder zu verdanken. „Er hat sich super um mich gekümmert.“

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