Corinna Meier : Sie ist das Herz des „Mauselochs“

Während der Feierstunde bekam Corinna Meier (rechts) von den Mauseloch-Kindern Torten und Kuchen überreicht.
Während der Feierstunde bekam Corinna Meier (rechts) von den Mauseloch-Kindern Torten und Kuchen überreicht.

Ehrung in Hemdingen: Corinna Meier ist seit 20 Jahren als Betreuerin in der Betreuten Grundschule aktiv.

shz.de von
25. Januar 2018, 16:00 Uhr

Hemdingen | Vor 20 Jahren hatte die Steuerfachgehilfin Corinna Meier (57) ein Problem mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Das war der Grund dafür, weshalb sie in der Elterninitiative der Betreuten Grundschule „Mauseloch“ in Hemdingen als Betreuerin anfing. „Meine beiden Kinder besuchten im Ort die Schule. Und ich wusste nach dem Erziehungsurlaub nicht, was ich mit ihnen während der Schulferien machen sollte, wenn ich auswärts arbeiten musste“, berichtete sie. So entschied sie sich für das Mauseloch, das Mitarbeiter suchte. Und dort arbeitet sie seit 20 Jahren, wofür sie während einer Feierstunde vor Kurzem geehrt wurde.

Eigentlich habe sie sich damals – um Nägel mit Köpfen zu machen – für diese Betätigung noch zur Erzieherin ausbilden lassen wollen. „Aber dann wäre eine Lücke in der Betreuung der Schüler entstanden. Ich konnte niemanden hier im Stich lassen“, so Meier. Vor 20 Jahren seien sechs Kinder von zwei Kräften betreut worden, heute würden 50 Kinder von elf Mitarbeiterinnen versorgt, von denen drei fest eingestellt sind. „Wir hatten damals vor und nach dem Unterricht mit den Kindern mit gespendeten Dingen gespielt und gebastelt“, sagte Meier. Einem Schüler, der manchmal erst um 12 Uhr Unterricht hatte, habe sie Schach beigebracht.

„20 Jahre kontinuierlich in dieser Tätigkeit zu sein, ist etwas Besonderes“, so die Mauseloch-Vereinsvorsitzende Kerstin Schenk-Thießen. „Diese Arbeit erfordert viel Kraft und Mut, ohne Dein Engagement wäre diese Einrichtung nicht das, was sie heute darstellt“, erklärte sie und hob das gute Miteinander von Schule, Mitarbeitern und beteiligten Gemeinden hervor. „Die Arbeit in der Betreuung wird von uns allen sehr wertgeschätzt“, so Schenk-Thießen, die daran erinnerte, dass Meier die Urheberin des Namens Mauseloch gewesen sei.

„Die Institution der Kinderbetreuung vor und nach dem Unterricht, die unsere vier Gemeinden Hemdingen, Heede, Bilsen und Langeln gerne unterstützen, war und bleibt wichtig“, sagte der Schulausschussvorsitzende und Heeder Bürgermeister, Reimer Offermann. Die Gesamtsituation werde sich ändern, denn der politische Wille sei, alle Kinder nach der regulären Schulzeit zu betreuen. Er betonte, dass das Mauseloch kein Aufbewahrungsort sei, sondern die Kinder dort liebevolle Betreuung erfahren würden. „Ältere Kinder erinnern sich gern an diese Zeit“, erläuterte der Bürgermeister.

Auch Hemdingens Schulleiterin Regina Knösel dankte Meier für die gute Zusammenarbeit. Vom Mauseloch-Vorstand überreichte Jens Külsen einen Blumenstrauß. Mauseloch-Kinder schenkten Torten. Gäste berichteten, dass Meier den Mittagstisch eingeführt habe. Ebenso sei auf ihre Initiative die Betreuung der Hausaufgaben festgesetzt worden. „Ohne das tolle Team würde nichts laufen“, sagte Meier, die die Leitung der Betreuerinnen innehat. Ihre Tätigkeit bringe ihr auch nach 20 Jahren immer noch Spaß. „Leuchtende Kinderaugen sind etwas sehr Schönes.

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