THW : Sie hilft Flutopfern in Serbien

THW-Gruppenführerin Savalin Thiemann (30) wird ab morgen für zwei Wochen in Serbien im Einsatz sein.
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THW-Gruppenführerin Savalin Thiemann (30) wird ab morgen für zwei Wochen in Serbien im Einsatz sein.

Savalin Thiemann ist für das THW im Ausland im Einsatz. Jetzt fliegt sie für zwei Wochen ins Überflutungsgebiet nach Serbien.

shz.de von
06. Juni 2014, 12:00 Uhr

Barmstedt | Ihren ersten Auslandseinsatz hatte Savalin Thiemann 2005 im Libanon. „Das erste, was mich der Logistiker gefragt hat, als ich aus dem Flugzeug stieg, war: ,Hast Du ein Kopftuch?’“, erinnert sie sich. Sie hatte keins – „aber das war dann auch kein Problem“. Vier Wochen lang war die Bilsenerin (30) damals im Nahen Osten. Im Team des Technischen Hilfswerks (THW) half sie mit, die Wasserversorgung in dem völlig zerbombten Land wieder herzustellen. Ab morgen fährt die gelernte Rohrleitungsbauerin wieder für das THW ins Ausland: ins überflutete Serbien.

„Wir werden in der Nähe von Belgrad eingesetzt sein und in den umliegenden Dörfern die Trinkwasseraufbereitung aufbauen“, erklärt Thiemann. Zwei Wochen lang werde sie dort bleiben. „Länger geht nicht, weil dann in der Firma die Urlaubszeit beginnt.“ Ihr Arbeitgeber stelle sie für die Einsätze frei, „wofür ich ihm sehr dankbar bin – denn es fehlt dann natürlich jemand“. Zum THW kam Thiemann, die damals noch in Norderstedt gewohnt hat, 2002 über eine Freundin. „Weil ich schon 18 war, bin ich gleich als Aktive eingetreten und habe dann sechs Jahre lang Jugendarbeit gemacht.“ 2009 wechselte sie zum THW Barmstedt, wo sie mittlerweile die Fachgruppe Räumen führt.

Am THW habe sie die Beschäftigung mit der Technik gereizt, sagt Thiemann. „Ich bin technik-begeistert.“ 2005 bewarb sie sich darum, an Auslandseinsätzen teilnehmen zu dürfen. „Das waren richtige Prüfungen mit Englisch-Test und zu beruflichen Kenntnissen.“ Sie bestand und fuhr 2006 in den Libanon. Ende 2007 folgte ein Einsatz in Uganda, wo sie Brunnen reparierte. Ende November 2013 ging es auf die Philippinen. Als sie am 1.  Januar 2014 wieder in Hamburg landete, „haben mich ganz viele Freunde, Bekannte und meine Familie am Flughafen empfangen. Das ist das Tollste, der beste Rückhalt und die beste Motivation, die ich mir denken kann“, sagt Thiemann. Motivation ist wichtig, denn die Einsätze sind kein Zuckerschlecken: Die Unterkunft ist meist spartanisch – oft sind die Teams in Zelten oder notdürftig hergerichteten Häusern untergebracht –, Strom gibt es häufig nur aus Aggregaten, und Wasser sollte nur zum Duschen genutzt werden. Dazu kommt vielfach eine unsichere Lage. „Wir müssen zum Beispiel immer mindestens zu zweit unterwegs sein, dürfen die Wege nicht verlassen und nachts nicht durch die Gegend fahren“, so Thiemann. Außerdem gäbe es Satellitentelefone für Notfälle. In Serbien könnten noch Minen und Bomben liegen. „Aber wegen der Überschwemmungen hat das Militär dort alles geprüft – da dürfte nichts mehr sein.“

Sie habe die Einsätze bislang unbeschadet überstanden, sagt Thiemann. „Auf den Philippinen bestand bei mir einmal der Verdacht auf Dengue-Fieber. Aber es war zum Glück nur eine schwere Erkältung.“ Das THW achte streng auf die Gesundheit und Sicherheit der Teams, sagt Thiemann. „Alle werden vorher gründlich untersucht, und einmal im Jahr gibt es einen Sicherheits-Check.“ Zudem üben die drei deutschen Auslands-Teams einmal jährlich gemeinsam.

Das THW ist nicht die einzige Hilfsorganisation, bei der sich Thiemann engagiert: Sie ist auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Bilsen und im ABC-Dienst des Kreises Pinneberg aktiv. Wenn dann noch Zeit bleibt, fotografiert sie gern. Oder fährt Trecker. „Das kommt, weil ich vom Bauernhof stamme“, sagt sie. Und bedauert ein wenig, dass sie wegen des Einsatzes bei der bevorstehenden Ernte nicht dabei sein kann. „Aber wenn ich zurück bin, wird die nächste anstehen.“

Große Freude bei Amena und Nedim Dezic: Nachdem unsere Zeitung über die Familie berichtet hatte, die sich um ihre Verwandten im überfluteten Bosnien sorgen, haben sich Nachbarn und Arbeitskollegen gemeldet und gefragt, wie sie helfen können. „Viele wussten von der Sache gar nichts, weil das Ehepaar viel arbeitet und selten zu Hause ist“, sagte Nachbar Jürgen Hebold. Die Familie habe bei der Sparkasse ein Spendenkonto eingerichtet, das die Bank ebenso wie wie die Überweisungsformulare kostenlos zur Verfügung stellt. Wer die Menschen im Überflutungsgebiet unterstützen möchte, kann sich per E-Mail (bzredaktion@ a-beig.de) an unsere Zeitung wenden.
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