Seniorenheim braucht mehr Geld

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04. Januar 2013, 01:14 Uhr

Barmstedt | Das Seniorenheim Barmstedt/Rantzau wird in diesem Jahr voraussichtlich einen Verlust in Höhe von 294 000 Euro einfahren. Das hat Verbandsvorsteher Nils Hammermann während der jüngsten Sitzung des Gremiums mitgeteilt. Während die Ausgaben etwa 3,437 Millionen Euro belaufen werden, werden die Einnahmen nur etwa 3,163 Millionen betragen. Das liege daran, dass die Pflegekassen den vom Zweckverband beantragten Pflegesätzen nicht zugestimmt hätten, erklärte Hammermann. "Wir haben in den Verhandlungen versucht, dagegen zu argumentieren, sind damit aber gegen Wände gelaufen", sagte er. So hätten die Vertreter der Pflegekassen für das Heim unter anderem Personalkosten zugrunde gelegt, "die noch unter denen lagen, die wir vor fünf Jahren hatten". Die Sätze gelten bis August 2013. "Demnächst werden wir neu verhandeln und hoffen, dass wir dann mehr bekommen", sagte Hammermann.

Um das drohende Haushaltsloch zu stopfen, würden aber nicht die Heimbewohner zur Kasse gebeten, betonte Hammermann. "Der Verlust wird aus liquiden Mitteln oder aus dem Eigenkapital aufgefangen." Schlimmstenfalls müssten allerdings die Verbandsgemeinden "etwas zuschießen". Dem Zweckverband gehören außer der Stadt Barmstedt noch die Gemeinden Heede, Bevern, Langeln, Hemdingen, Groß Offenseth-Aspern, Bullenkuhlen und Lutzhorn an. Bilsen, Klein Offenseth-Sparrieshoop, Ellerhoop und Bokholt-Hanredder waren 2009 ausgetreten - aus Sorge, dass das neue Heim zu hohe Kosten verursachen würde (wir berichteten). Tatsächlich stieg der monatlich von den Bewohnern aufzubringende Eigenanteil nach dem Umzug um durchschnittlich etwa 200 Euro - weswegen aber nur zwei Interessenten abgesprungen seien, wie Heimleiter Christoph Merker betonte. "Und es gibt einige ältere Heime, die teurer sind als unseres."

Der Neubau, der neben der Feuerwache an der Marktstraße erricht und im September 2012 eingeweiht wurde, werde gut angenommen, sagte Merker. "Seit Beginn haben wir 40 neue Bewohner aufgenommen, und wenn ein Zimmer frei wurde, haben wir es fast immer schnell nachbesetzen können." Zurzeit sind 90 der 91 Plätze belegt. Reimer Offermann (Heede) bat darum, bei der Vergabe freier Plätze Bewohner aus den Verbandsgemeinden als erste zu berücksichtigen.

Das Konzept des Hauses - es gibt sieben Wohngemeinschaften mit je einer Küche, in der die Bewohner mithelfen dürfen - funktioniere "ganz prima", wie Pflegedienstleiterin Diane Ahrens auf Nachfrage sagte. Allerdings gebe es "solche und solche: Manche helfen gern, andere lassen sich bedienen nach dem Motto: Ich zahle ja auch dafür." Das sei aber auch ihr gutes Recht. Merker ergänzte, das Modell fördere die Kommunikation und den Appetit. "Die Leute sitzen länger beim Essen als früher und essen mehr - das ist sehr positiv."

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