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Barmstedt : Senior-Trainer fordern autofreie Innenstadt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Senior-Trainer wollen Barmstedt sicherer machen. In einem offenen Brief fordern sie das Ende für Autos im Zentrum.

shz.de von
erstellt am 22.04.2014 | 16:30 Uhr

Barmstedt | Barmstedts Innenstadt soll „verkehrssicherer, autofrei, umweltfreundlicher und altersgerechter“ werden. Das wünschen sich die Senior-Trainer, die dazu einen offenen Brief an die Stadtverwaltung, die Stadtvertreter und die hiesigen Geschäftsleute verfasst haben. „Uns liegt insbesondere das Wohl der älteren Bürger am Herzen – und wir werden alle alt“, schreibt Egon Stach.

Es sei festzustellen, dass ältere Menschen und Gehbehinderte mit Rollator wegen des Autoverkehrs die Innenstadt-Straßen oft nicht problemlos überqueren könnten, so Stach. „Denn die Autofahrer fahren ja nicht nur langsam – selbst große Lkw ,jagen’ durch die Stadt, und der Autoverkehr nimmt stetig zu.“ Es bestehe also eine erhöhte Unfallgefahr, „der es durch geeignete Maßnahmen zu begegnen gilt. Denn falls nichts geschieht: Wer möchte sich nach möglichen Unfällen mitschuldig machen?“

Stach schlägt vor, die Innenstadt mit Blumenkübeln, Bäumchen, Kandelabern und ähnlichem zu versehen. Bezahlt werden könnten die Maßnahmen dadurch, dass das Parken in der Innenstadt kostenpflichtig werde. Auch der Parkplatz am See biete sich dafür an. „Dort würden ein bis zwei Parkschein-Automaten reichen“, so Stach.

Einem möglichen Aufschrei der Geschäftsleute – „der Umsatz geht zurück“ – entgegnet der Senior-Trainer: „In anderen Städten war es zunächst so. Kurze Zeit danach gab es jedoch Umsatzplus, weil die Käufer mit viel mehr Muße durch die schöne Innenstadt flanieren und länger vor attraktiven Schaufenstern stehen bleiben.“ Das setze jedoch voraus, „dass es begehrenswerte Angebote gibt“.

Als Alternative zum Autoverbot schlägt Stach vor, eine schmale „Schlangen-Durchfahrt“ mit zwei oder mehr kurzen Ausweichspuren für Gegenverkehr einzurichten. „Weil es dann zu lange dauert, um per Auto durch die Stadt zu kommen, werden die meisten die Innenstadt umfahren“, vermutet er. Allgemein sollten Radfahrer Vorfahrt haben – weil es umweltfreundlich und gesund sei. „Und das Allgemeinwohl aller Bürger und die Schönheit der Stadt rangieren vor dem Autoverkehr“, so Stach.

Sollte „die eine oder andere unserer Visionen“ umgesetzt werden, „dann würde Barmstedt sich des Prädikats ,Erholungsort’ würdig zeigen“, meinen die Senior-Trainer.

Die Ideen ihrer älteren Mitbürger stoßen auch bei jüngeren Barmstedtern auf Zustimmung, wie die Diskussion auf der Fan-Seite der Barmstedter Zeitung auf Facebook zeigt. „Find ich gut“, schreibt Gina Mareike Wohlgemuth. „Manchmal muss man sogar mit den Kinderwagen auf die Straße, z.B. bei der Eisdiele, da die Stühle da sehr breit aufgestellt sind“, beschreibt Benny Wohlgemuth ein Problem. „In der Barmstedter Innenstadt wirste als Fußgänger regelrecht über die Straßen gejagt“, schreibt „Poe Ethik“ und schlägt als Lösung eine Einbahnstraße vor. „Und dann Parkverbot bei der Kirche?“, entgegnet Jan-Niklas Rostalski.

Die Senior-Trainer stehen Interessierten an jedem ersten und dritten Montag im Monat für Fragen zur Verfügung. Sie sind von 9 bis 11 Uhr im Rathaus (Am Markt) zu sprechen. Auch weitere Mitstreiter sind gern gesehen.
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