Auf der Barmstedter Schlossinsel : Seltsame Begegnungen in der Galerie

„Die Geburt der Wellness“ heißt dieses Werk – eine Persiflage auf das Original „Die Geburt von Venus“ von Sandro Botticelli.
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„Die Geburt der Wellness“ heißt dieses Werk – eine Persiflage auf das Original „Die Geburt von Venus“ von Sandro Botticelli.

In der Galerie III auf der Barmstedter Schlossinsel wird am 4. März eine neue Ausstellung eröffnet: Beata Krampikowski zeigt dort „Seltsame Begegnungen“.

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02. März 2017, 12:00 Uhr

Barmstedt | Im Original von Sandro Botticelli entsteigt die Venus einer Muschel und bedeckt ihre Blöße mit ihrem Haar – bei Beata Krampikowski steht sie in einer Badewanne und bedeckt sich mit einem Rettungsring mit Entenkopf. Von der Seite nähert sich ihr ein Paar – wie bei Botticellis „Geburt der Venus“, allerdings hält die Frau einen Föhn und einen Regenschirm bereit. „Die Geburt der Wellness“ hat Krampikowski ihr Werk scherzhaft genannt, das sie selbst als Persiflage auf das Original bezeichnet, das im 15. Jahrhundert entstand. Krampikowskis großformatige, plastische Malerei ist ab Sonnabend, 4. März, in der Galerie Atelier III auf der Barmstedter Schlossinsel zu sehen. Sie ist Teil der Ausstellung „Seltsame Begegnungen“, die um 15 Uhr eröffnet wird.

Guck-Kasten: Beate Krampikowski vor ihrem Werk „Die Perfektion der Vollendung“.
Foto: Elisabeth Meyer
Guck-Kasten: Beate Krampikowski vor ihrem Werk „Die Perfektion der Vollendung“.

Sie habe „schon immer“ gemalt, sagt Krampikowski, die aus Polen stammt, seit 1985 in Deutschland lebt und seit 2000 als freischaffende Künstlerin arbeitet. Irgendwann habe ihr das zweidimensionale Malen nicht mehr gereicht. „Ich wollte mehr in den Raum hinein.“ Daher habe sie angefangen, mit Pappmaché zu arbeiten. Aus alten Zeitungen formt sie seitdem ihre Figuren, die von viel Liebe zum Detail und Hintersinn zeugen. „In allen Motiven stecken Ironie und Sarkasmus“, sagt Krampikowski – ebenso in den Titeln wie „Schafsinn“ oder „Die Perfektion der Vollendung“. Hinter letzterem verbirgt sich ein „Guck-Kasten-Bild“: Das Motiv ist erst zu sehen, nachdem man die Klappfenster des Kastens geöffnet hat. Drei dieser Kästen hängen in der Galerie, neben zwölf weiteren Exponaten. Eines der Hauptmotive sind Paarsituationen. „Was passiert da?“, solle sich der Betrachter fragen. Krampowskis Werke lassen viel Spielraum für Interpretationen. „Alles, was ich zu sagen habe, hängt an der Wand“, sagt die Künstlerin dazu. Es gehe viel um Krisen und Melancholie.

An einem Werk arbeite sie je nach Größe teilweise mehrere Wochen und zeitgleich mit weiteren, so die Künstlerin, die in ihrem Wohnort Preetz nebenbei Yorkshire-Terrier züchtet. „Während eins durchtrocknet, mache ich an einem anderen weiter.“ Während der Vernissage wird auch ihr Ehemann – ein ehemaliger Deutschlehrer – sprechen. „Ich weiß aber nicht, was er sagen wird“, sagt Krampikowski lachend.

Die Ausstellung läuft bis zum 23. April und ist während der Öffnungszeiten der Galerie zu sehen.

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