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Barmstedter Zeitung

20. August 2017 | 19:57 Uhr

Schwimmer räumen den See auf

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

EigeninitiativeBarmstedterinnen befreien das Gewässer täglich von Pflanzen / Mitstreiter willkommen / Stadtwerke entsorgen das Grün

Die Barmstedterin Heidi Griepentrog und ihre unverwüstliche kleine Schwimmgruppe steigen jeden Tag in den Rantzauer See – auch bei Schietwetter. Zurzeit machen ihnen jedoch die vielen Pflanzen im See zu schaffen. „Wir fischen jeden Tag Laichkraut aus dem Wasser an der Badestelle und häufen es innerhalb kurzer Zeit zu kleinen Bergen an“, berichtete Griepentrog.

2015 hätten sie die ersten Pflanzen entdeckt. „In diesem Jahr ist das Wachstum regelrecht explodiert“, sagte sie – und lobte den Einsatz von DLRG und der Kita „Rasselbande“, die den Nichtschwimmerbereich Anfang Juni von den Pflanzen befreit hatten (wir berichteten). „Das reicht aber nicht“, sagte Griepentrog. Sie schlägt vor: „Wir sollten das wiederholen, und zwar mit möglichst vielen Barmstedtern.“

Gegen eine Gemeinschaftsaktion spreche aus Sicht der Stadtwerke nichts, sagte Hesselink. „Das private Engagement der Badegäste ist uns willkommen – wir kümmern uns ja bereits regelmäßig darum, dass die an Land gebrachten Pflanzen entsorgt werden.“ Sie würden gesammelt und zusammen mit dem Rasenschnitt entsorgt. Sollten etliche Bürger gemeinsam den See säubern und somit größere Mengen Pflanzen zusammenkommen, „werden wir den Abtransport durch den Bauhof organisieren“, sagte Stadtsprecher Wolfgang Heins.

Die Stadtwerke fordern jedoch die Politik auf, über nachhaltige Lösungen nachzudenken. „Damit das Befreien der Badestelle keine Sisyphusarbeit bleibt, müssten unseres Erachtens grundlegende und nachhaltige Maßnahmen für den gesamten See eingeleitet werden“, so Hesselink.

Außer dem Laichkraut wachse im See auch Hornkraut, das einen festen Stengel habe und daher abgemäht werden könne – anders als das „feine, zarte Laichkraut“, erklärte der stellvertretende Bürgermeister Ernst-Reimer Sass (CDU), der sich für die Verbesserung der Wasserqualität des Gewässers einsetzt. „Zuvor sind noch nie Pflanzen im See gewachsen, das ist ein Zeichen sauberen Wassers“, sagte er. Die Sichttiefe im Wasser betrage zwei Meter, „das ist super“. Eben auch für die Pflanzen, die Licht benötigten – allerdings nicht für Schwimmer, die sich in den Ranken verheddern könnten, wie die Stadtwerke befürchten. Der Schwimmerbereich ist deshalb derzeit noch gesperrt; der Nichtschwimmerbereich ist aber zum Baden freigegeben.

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