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Lutzhorn : „Schwarzwild ist schlauer geworden“

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wildschadensverhütung der Jagdgemeinschaft Lutzhorn während der jüngsten Maisernte: Nur ein einziges Wildschwein erlegt.

shz.de von
erstellt am 15.Nov.2014 | 10:00 Uhr

Lutzhorn | Die diesjährige Maisernte in Lutzhorn hat nicht nur die Landwirte, sondern auch die in der Jagdgemeinschaft organisierten Jäger beschäftigt: Sie betrieben Wildschadensverhütung.

Das heißt konkret, dass sie aus einiger Entfernung die Maisfelder beobachteten, in denen sich gern Wildschweine aufhalten, die dort Schutz und reichlich Nahrung finden – geradezu paradiesische Verhältnisse für die Tiere. Ihre Beliebtheit bei den Landwirten hält sich in Grenzen, da sie schwere Schäden anrichten. „In diesem Jahr haben wir von der Jagdgemeinschaft Lutzhorn lediglich ein einziges Wildschwein erlegen können“, erläuterte Carsten Brandemann im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wo wir aufgetaucht sind, war das Schwarzwild bereits fort. Es scheint schlauer geworden zu sein.“ Erlegte Wildschweine werden, wie Waidmann Jörg Bünting erläuterte, in die Kühlkammer in Lutzhorn gebracht. Dort entnimmt man den Tieren Proben, anschließend werden sie in die Kühlung gehängt und können verkauft werden.

Das Wildschwein bereitet den Jägern rund ums Jahr viel Arbeit. So müssen beispielsweise Zäune gezogen werden – als Schutz vor diesem kräftigen Tier, und entlang den Zäunen gemäht werden. Brandemann setzt sich seit Jahren dafür ein, begehbare Blühstreifen anzulegen, auf denen die Jäger dem Tier nachspüren können. Es kommt nicht von ungefähr, dass sich das Schwarzwild in Schleswig-Holstein wohl fühlt. Im Frühjahr kann es sich in den Weizen-, Gerste und Rhapsfeldern verstecken, im Spätsommer und Herbst in den Maisfeldern. Der verstärkte Anbau der mexikanischen Frucht für Biogasanlagen trägt dazu bei, dass sich die Tiere immer weiter ausbreiten und in Regionen vordringen, in denen sie bisher kaum oder gar nicht zu finden waren. Die Mais-Anbaufläche beträgt in Schleswig-Holstein 180.000 Hektar, im Kreis Pinneberg etwa 6000 Hektar. Die Zahl der in Schleswig-Holstein lebenden Wildschweine ist schwierig zu benennen: Sie liegt bei etwa 60.000 Stück. Zur Strecke gebracht werden jährlich rund 16.000.

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