Ziel: Sichere Strandbad-Saison : Schwäne sollen Gänse vertreiben

Der Höckerschwan hat einen Knubbel auf dem Schnabel.
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Der Höckerschwan hat einen Knubbel auf dem Schnabel.

Stadtrat schlägt neue Methoden gegen die Vögel auf dem Rantzauer See vor.

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31. Januar 2015, 10:35 Uhr

Elektrozaun, Schäferhund, Jagd: Es hat alles nichts geholfen; gegen die Kanadagänse auf dem Rantzauer See scheint kein Kraut gewachsen. Jetzt will Barmstedts Erster Stadtrat Ernst-Reimer Saß (CDU) einen erneuten Versuch starten, die Vögel nachhaltig zu vertreiben – mit Hilfe ihrer natürlichen Feinde: Greifvögel und Höckerschwäne. Nachdem der Bauausschuss seinen Vorschlägen einstimmig zugestimmt hatte, soll es jetzt „so schnell wie möglich losgehen“, sagt Saß. „Wir müssen es vor der Brutzeit im Frühling schaffen.“

Zuerst sollen die Gänse – die zu hunderten den See bevölkern und zur Algenbelastung beitragen – mit Hilfe eines Motorboots und eines Falkners vertrieben werden, erklärt Saß. „Das ist nötig, damit wir in einem zweiten Schritt die Schwäne ansiedeln können.“ Die würden dann „ein sehr starkes Revierverhalten entwickeln“ und die Gänse fernhalten. „Wenn man die Schwäne mitten unter die Gänse setzt, funktioniert das nicht.“

Die Maßnahmen hat Saß zusammen mit Christian Erdmann, dem Leiter der Wildtierauffanbgstation in Klein Offenseth-Sparrieshoop, und dem Hamburger „Schwanenvater“ Harald Nieß entwickelt. „Herr Erdmann ist auch Falkner und war schon zwei Mal mit einem Greifvogel hier. Aber leider waren dann nie Gänse auf dem See“, so Saß. Daher beobachte er jetzt, wann sie sich dort aufhalten. Im vergangenen Jahr hätten sie mehr als 50 Jungtiere großgezogen. „Die werden noch hier sein und mit den Großen umherziehen“, vermutet Saß. Beliebte „Aufenthaltsorte“ der Zugvögel sind die feuchten Wiesen im Barmstedter Umland.

Dass das Ansiedeln von Höckerschwänen etwas bringen wird, hält Saß für sehr wahrscheinlich. „Auf dem Bokeler See gibt es zum Beispiel ein Schwanen-Paar. Da ist keine einzige Gans.“ Auch auf Usedom habe er beobachtet, dass zwei Schwäne einen See für sich allein hatten – die Gänse hielten sich nur auf den benachbarten Wiesen auf. Es müssten allerdings wilde Schwäne sein, habe Erdmann ihm erklärt. „Die bauen am ehesten ein Revier auf.“

Die Vorschläge seien ein „absolut erfolgversprechender Versuch“, meint Saß – und nötig, um das Blaualgenproblem in den Griff zu bekommen, das Jahr für Jahr zur Schließung des Strandbads führt. „Zwei Gutachten aus 2013 und 2014 haben festgestellt, dass die Algenbelastung eindeutig durch die große Anzahl der Gänse verursacht wird“, so Saß. Um ein uneingeschränktes Badevergnügen zu ermöglichen, müssten folglich die Gänse langfristig vom See ferngehalten werden.

Eine Entschlammung – die ebenfalls zur Debatte stand – würde das Algenproblem nicht lösen, sagte Saß – im Gegenteil. „Sie würde es eher noch verschärfen.“ Und die von ihm ins Spiel gebrachte Option, den See vor der Freibad-Saison abzulassen und mit nährstoffarmem Wasser aufzufüllen, wäre erst sinnvoll, „wenn die Algen schon da sind“. Über die Frage solle der Werkausschuss beraten, so Saß.

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