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Barmstedter Gilde : Schützen läuten Jubiläumsjahr ein

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

175 Jahre Barmstedter Schützengilde: 140 Gäste feiern einen Festkommers mit 140 Gästen im Heeder Damm.

Barmstedt | Mit einem großen Festkommers hat die Barmstedter Schützengilde ihr 175-jähriges Jubiläum eingeläutet. In den Saal des Heeder Damms zogen am vergangenen Freitag zu Musikklängen zehn Fahnenträger aus dem Kreis Pinneberg mit ihren historischen Schützen-Bannern ein, beklatscht von etwa 140 Gästen. Der Vorsitzende Herbert Kruse begrüßte außer den Abordnungen befreundeter Schützenvereine sowie dem Ehrenvorsitzenden des Kreisschützenverbands und Ehrenmitglied des norddeutschen Schützenbunds, Rolf Slomian, und dem Vorsitzenden des Kreisschützenverbands, Bernd Röding, auch Bürgervorsteher Christian Kahns, Bürgermeisterin Heike Döpke sowie Vertreter von Verbänden, Vereinen und Politiker aus Barmstedt und den Umlandgemeinden. „Wir haben eine 175 Jahre alte Traditionskönigskette, eine 100 Jahre alte Gildefahne und einen 50 Jahre alten Schießstand, somit feiern wir gleich mehrere Jubiläen“, so Kruse.

„Wir sind ein Traditionsverein, der sich heute als moderner, sehr erfolgreicher Schießsportverein mit einer intensiven Jugendarbeit präsentiert“, berichtete Kruse weiter. Vom Wandel der Zeit seien auch die Schützenfeste betroffen. „War früher eine Königsproklamation ein gesellschaftliches Großereignis, so muss sich heute der Schießsport gegen negative Stimmungen behaupten“, erläuterte Kruse. Gesetzesverschärfungen sowie Vorurteile machten es kleinen Vereinen nicht einfach, Nachwuchs für die Vorstandsarbeit zu finden. „Unserer Gilde ist die Anpassung bis jetzt gelungen, darauf sind wir stolz“, so Kruse. Er dankte insbesondere Till Gallas für die geleisteten Vorarbeiten zum Jubiläum.

Die nachfolgenden Redner lobten die hervorragende Jugendarbeit und stellten die Entwicklung hin zu einem modernen Schießsportverein heraus. Kahns zog die mittelalterlichen Genossenschaften als Ursprung für die Gilde heran, die sich als Bewahrer von Tradition und Brauchtum zeige und der Moderne angepasst habe. „Bei Euch gibt es den Zusammenhalt der Generationen“, so Kahns. Der stellvertretende Amtsvorsteher und Bürgermeister von Bokholt-Hanredder, Wolfgang Mohr, erinnerte an den Schießstand in Voßloch, den die Schützen jahrelang nutzten.

Der CDU-Vorsitzende Ortwin Schmidt unterstrich die Verbundenheit der CDU mit den Schützen. „Wir wollen den Bestand des Heinrich-Grelck-Schießstands bewahren“, so Schmidt. Röding hob insbesondere die Leistungen der Jugendwartin Bärbel Glismann hervor. Slomian brachte die Versammlung mit einer Anekdote zum Lachen. Als 1989 weibliche Mitglieder aufgenommen werden sollten, habe es starken Widerstand gegeben. „Die Befürworter nutzten den Toilettengang zweier Neinsager und stimmten blitzschnell ab, und das war die Wende.“

Kurt Desselmann, Vizechef des Kreissportverbands, bescheinigte der Gilde Verantwortung und Einsatzbereitschaft. „Die freiwilligen Leistungen zeigen, dass der Gemeinsinn vorhanden ist, das beinhaltet auch der alte Schützengeist“, sagte er. Diese Sportart werde zu Unrecht mit Gewalt in Verbindung gebracht, die Gilde sei ein unverzichtbarer Bestandteil des kulturellen Lebens und schaffe ein soziales Umfeld.

Der Begriff des Abends war übrigens „Flachgeschenk“, den die Gastredner benutzten, als sie Umschläge und Urkunden überreichten. Bis spät in die Nacht wurde in gemütlicher Atmosphäre gefeiert.

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erstellt am 20.Mai.2014 | 10:00 Uhr

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