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Meierei in Barmstedt : Schnellschlussventil ist Ursache für Ammoniak-Austritt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Geschäftsführer: Alle Maßnahmen liefen wie geprobt.

Barmstedt | Die Ursache für den Ammoniak-Austritt in der Barmstedter Meierei in der Nacht zu vergangenem Freitag steht fest: „Ein Schnellschlussventil einer Ölschleuse hatte nicht richtig geschlossen“, erklärte Geschäftsführer Dirk Rowedder im Gespräch mit unserer Zeitung. Das habe ein Sachverständiger für Kälteanlagen festgestellt, der die betroffenen Geräte später überprüft habe. Wie berichtet, war das Ammoniak am Donnerstag gegen 23.45 Uhr ausgetreten. Meierei-Mitarbeiter hatten daraufhin die Feuerwehr alarmiert; insgesamt waren bis zum Freitagmorgen mehr als 70 Kräfte im Einsatz. Die Bürger waren über Radio-und Lautsprecherdurchsagen vorsorglich aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Verletzt wurde niemand.

„Die Mitarbeiter haben goldrichtig reagiert“, sagte Rowedder, der zur Zeit des Unfalls im Urlaub war, aber umgehend informiert worden sei. Räume, in denen Ammoniak als Kühlmittel verwendet werde, würden nur mit Schutzmasken betreten, so der Meierei-Chef. Nachdem der Austritt bemerkt worden sei, hätten die Mitarbeiter den Raum schnell verlassen, „und dann lief die Kette so ab, wie wir es regelmäßig proben“. Die Feuerwehr und der ABC-Dienst des Kreises hätten alle Räume des Betriebs belüftet, den Ammoniakgehalt gemessen „und konnten sie dann nach und nach wieder freigeben“, so Rowedder. Der Vorteil des Gases sei, „dass man es riecht und es sich schnell verflüchtigt“. So habe die Produktion schnell wieder aufgenommen werden können. Auch der Schaden habe sich in Grenzen gehalten: „Wir mussten nur ein paar Partien Lebensmittel vernichten und sind im Laufe des Vormittags wieder in den Routinebetrieb gegangen.“

Der Ammoniak-Austritt sei der erste derartige Störfall in der Meierei gewesen, sagte Rowedder. „Sowas hatten wir hier noch nicht.“ Martin Schmidt, Sprecher des Landesamts für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR), erklärte auf Anfrage, die Ammoniak-Kälteanlage sei „das Problematischste in der Meierei“. Deshalb werde sie auch regelmäßig von Sachverständigen überprüft, „und es gibt Sicherheitseinrichtungen, damit das Gas im Notfall gefahrlos abgeleitet werden kann.

Für größere Störfälle gebe es einen zwischen der Meierei, der Feuerwehr und dem LLUR abgestimmten Notfallplan, sagte Schmidt. Anwohner müssten nicht einbezogen werden, da es sich bei dem Betrieb nicht um eine Anlage nach der Störfallverordnung handle. Nach dem Ammoniak-Austritt hatten offenbar nicht alle Anwohner die Durchsagen mitbekommen. „Wir haben nur die Feuerwehrsirenen gehört, uns dann aber nichts weiter dabei gedacht“, berichtete eine Barmstedterin, die am Krützkamp wohnt. Um die Bürger im Ernstfall zu warnen, gebe es „drei gängige Wege“, wie Kreisfeuerwehrsprecher Michael Bunk erklärte: Warnungen über Rundfunk, soziale Medien und Lautsprecherdurchsagen. „Sollte es mal so extrem sein, dass man Häuser sofort räumen muss, würden wir auch klingeln. Das ist aber noch nie vorgekommen.“

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erstellt am 27.Apr.2017 | 12:00 Uhr

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