Seit Jahren ehrenamtlich im Einsatz : Schiedsrichter aus Barmstedt: Kenneth Mesch geht Fairness über alles

DFB-Ehrenamtspreisträger: Kenneth Mesch.
DFB-Ehrenamtspreisträger: Kenneth Mesch.

Der 48-jährige Barmstedter pfeift nicht nur, sondern setzt sich auch „hinter den Kulissen“ für die Unparteiischen ein.

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12. Januar 2017, 12:15 Uhr

Barmstedt | Wenn Kenneth Mesch über Fußball spricht, taucht ein Wort immer wieder auf: „Fairness.“ Das sei das Wichtigste an einem Spiel, sagt der 48-jährige Barmstedter – und genau darauf achtet er seit vielen Jahren bei seinen Einsätzen als Schiedsrichter für den SSV Rantzau. Doch er pfeift nicht nur, sondern setzt sich auch „hinter den Kulissen“ für die Unparteiischen ein: Beim SSV Rantzau leitet er zusammen mit anderen die Schiedsrichter-Abteilung. Vor Kurzem hat er für sein Engagement den Ehrenamtspreis des Deutschen Fußballbunds (DFB) erhalten.

Meschs Begeisterung für Fußball begann schon als Jugendlicher. Er stammt aus Klein Nordende und war zwölf, als die Familie nach Hemdingen zog. „Dort habe ich beim TuS gespielt und die Schiedsrichter-Ausbildung gemacht.“ Später wechselte er nach Barmstedt zum SSV und spielte dort unter anderem bei den Alten Herren. Seine Schiedsrichtertätigkeit habe er zunächst aber „nicht weiterverfolgt“. Nachdem er sich „immer wieder über die Schiris geärgert“ habe, sei ihm irgendwann klar geworden: „Ändern kannst du nur was, wenn du da selbst was machst.“

Von dem Zeitpunkt an stand Mesch wieder selbst als Unparteiischer auf dem Feld; pro Jahr sei er auf etwa 70 Einsätze gekommen, schätzt er. Seit einem unverschuldeten Motorradunfall, an dessen Folgen er noch immer leide, seien es deutlich weniger: „Im letzten Jahr waren es nur 17.“

Warum er sich seit so vielen Jahren als Schiedsrichter engagiert, habe auch einen sozialen Grund, sagt Mesch: „Ich will die Jugend von der Straße haben.“ Dass die verbalen und tätlichen Angriffe von Spielern und Zuschauern auf die Unparteiischen zunehmen, könne er bestätigen. „Der Respekt geht leider etwas verloren.“ Daher sollten Schiedsrichter vor allem konsequent sein. „Wer seine Linie sauber durchpfeift, hat keine Probleme“. Er selbst habe „gern Ruhe auf dem Platz“, sagt Mesch. Wenn er bei Erwachsenen pfeife, „sage ich denen: In der ersten Halbzeit ist Ruhe, danach dürft ihr gern mal meckern.“

Stichwort Videobeweis

Videobeweise bei Spielen halte er „im oberen Bereich“ für sinnvoll, sagt Mesch. „Der Schiri kann nicht alles sehen und hat nur Sekunden, um zu entscheiden. Und heimtückische Fouls gehören nicht auf den Platz und sollten deshalb geahndet werden.“ Für ihn sei entscheidend, dass ein Spiel fair sei und Spaß mache, so Mesch, der nicht nur SSV-Rantzau-, sondern auch FC-Bayern-Fan ist. „Aber wenn sie verlieren, geht die Welt auch nicht unter.“

Beruflich ist Mesch beim Bauhof der Stadt beschäftigt und dort vor allem für die Unterhaltung der Straßen, Wege, Brücken und Spielplätze zuständig. Das dafür erforderliche Wissen bringt er auch in sein Ehrenamt beim Verein ein: „Bei Erd- und Wegearbeiten und der Handhabung von Baumaschinen ist er unentbehrlich“, lobt SSV-Pressewart Siegfried Seidler. Auch um die Pflege der beiden großen Rasenplätze, die Zaunerneuerung und die Sicherheit auf der Sportanlage kümmere er sich, so dass er im Vorstand nicht nur Beisitzer, sondern auch Sicherheitsbeauftragter sei. „Wir freuen uns, mit Kenneth Mesch einen ungewöhnlich engagierten Mitstreiter in unseren Reihen zu haben“, dankt ihm SSV-Vorsitzender Hans-Christian Hansen.

Vom DFB bekam Mesch außer einer Urkunde noch eine Uhr. „Darüber habe ich mich schon gefreut, aber an sich ist mir der Preis nicht wichtig“, sagt der Barmstedter, der zwei Söhne und eine Tochter hat, und betont: „Ich mache das alles gern und freiwillig.“

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