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Barmstedter Zeitung

19. August 2017 | 06:05 Uhr

Saturn-Kino: Das Bangen geht weiter

vom

Barmstedt | Sie hängen weiter in der Luft: Reinhard Klietz und seine Tochter Anja Rambke, die das Barmstedter Saturn-Kino betreiben, hatten gehofft, dass der Hauptausschuss am Donnerstag ihrem Antrag auf einen Zuschuss für die Digitalisierung zustimmen würde. Doch die Politiker konnten sich nicht zu einer Entscheidung durchringen. FWB und SPD befürchteten rechtliche Probleme, wenn die Stadt "einen privaten Wirtschaftsbetrieb subventioniert, der in Konkurrenz zu anderen steht", wie Christian Kahns (FWB) erklärte. Ernst-Reimer Saß (CDU) verwies auf die desolate finanzielle Lage der Stadt. "Wir haben extrem hohe Schulden und einen nicht ausgeglichenen Haushalt. Sollten wir in dieser Situation das Kino bezuschussen, wird das Ministerium uns das garantiert um die Ohren hauen", sagte er. Ob er nicht einen Kredit aufnehmen könne, wollte Hauke Johannsen (CDU) von Klietz wissen. "Ich werde meinen Kindern keine Schulden hinterlassen", entgegnete der mit Verweis auf seinen baldigen Ruhestand. Und schob nach: "Das ist kein Erpressungsversuch. Das ist ein Notruf."

Für die Stadt gehe es um 40 000 Euro, sagte Rambke. "Die restlichen 16 000 Euro für den Kauf des Projektors würden wir übernehmen." Dabei würden sie mit dem Kino nicht reich. "Für uns ist das eine Herzensangelegenheit." Sie hätten auch schon alles versucht, um anderweitig als über die Stadt an die 40 000 Euro zu kommen, sagte sie auf Nachfrage. Doch Bund und Land hatten einen Zuschuss abgelehnt, und Spenden seien keine Option. "Wenn wir 20 000 Euro gesammelt hätten und müssten sie dann zurückzahlen, weil es doch nichts wird - wie soll das gehen?"

Viele Besucher seien nach den Berichten über die drohende Schließung besorgt, berichtete Rambke. ",Wo soll ich denn dann mit meinen Kindern hingehen, wenn wir auf den Weihnachtsmann warten?, hat mich neulich eine Frau gefragt." Auch ihnen läge das Kino am Herzen, betonten die Politiker unisono. Doch nur Günter Thiel (BALL) sprach sich uneingeschränkt für eine finanzielle Unterstützung aus. "Das wäre wichtig, um die kulturelle Vielfalt in der Stadt zu erhalten. Und außerdem könnten wir dort absolut keinen Leerstand verkraften."

Jetzt soll die Verwaltung klären, ob und in welcher Form eine Finanzhilfe durch die Stadt möglich wäre. Die endgültige Entscheidung obliegt dann den Stadtvertretern am 20. August. Sollte sie negativ ausfallen, wird das Kino Ende November geschlossen.

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erstellt am 10.Aug.2013 | 03:14 Uhr

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