Rückzug aus Seeth-Ekholt

Im Neubaugebiet Groot Weid in Seeth-Ekholt sind alle Vorbereitungen für den Breitbandausbau getroffen worden. Nachdem jetzt die Stadtwerke Barmstedt die Versorgung übernehmen, zieht sich der Breitbandzweckverband Marsch und Geest zurück.
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Im Neubaugebiet Groot Weid in Seeth-Ekholt sind alle Vorbereitungen für den Breitbandausbau getroffen worden. Nachdem jetzt die Stadtwerke Barmstedt die Versorgung übernehmen, zieht sich der Breitbandzweckverband Marsch und Geest zurück.

Nach Ankündigung der Stadtwerke Barmstedt: Breitbandzweckverband Marsch und Geest baut kein Glasfasernetz im Ort

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17. Juni 2019, 16:00 Uhr

Seeth-Ekholt | Der Breitbandzweckverband Marsch und Geest (BZMG) wird sich vorläufig aus Seeth-Ekholt zurückziehen. Im Rahmen der Verbandsversammlung in dieser Woche kündigte Verbandsvorsteher Jürgen Neumann an, dass man im Ort die Vermarktung einstelle. „Wir hätten Seeth-Ekholt gerne ausgebaut“, bekannte Neumann, „wenn ein Marktpartner jedoch sagt, dass er den ganzen Ort versorgen kann, dann ist das gut für Seeth-Ekholt. Wir sind gespannt, was jetzt passiert. Auf keinen Fall“, betonte Neumann gegenüber unserer Zeitung, „legen wir noch eine zweite Glasfaserleitung“.

Wie berichtet, hatten die Stadtwerke Barmstedt vor kurzem erklärt, den Ortskern und Randgebiete mit schnellem Internet versorgen zu wollen. Schon Anfang Juli soll laut Stadtwerken mit dem Ausbau begonnen werden.

An Bürgermeister Michael Rosenthal (Foto) gerichtet sagte Neumann, dass er Verständnis für den Fall äußere, wenn Seeth-Ekholt nun aus dem Zweckverband austrete. Das, so Rosenthal, der den Breitbandzweckverband seinerzeit mit aufgebaut hatte, werde Seeth-Ekholt auf keinen Fall tun. Er begründete die Entscheidung gegenüber unserer Zeitung damit, dass hinter der Mitgliedschaft keine finanziellen Forderungen stünden. Der einmalige Mitgliedsbeitrag sei gezahlt und in die Netzplanung des Zweckverbands geflossen, von dem die Gemeinde auch profitiert hätte. Und für den Fall, dass die Barmstedter Stadtwerke ihr Versprechen nicht erfüllen, könne der Ausbau auch später noch über den BZMG realisiert werden.

Hinnehmen muss der Verband auch Verzögerungen im Bauzeitplan. Als Grund nannte Neumann die Schwierigkeit, am Markt geeignete Tiefbaufirmen zu finden. Da der Zweckverband den Glasfasernetzausbau in den ländlichen Gebieten, und vor allem in den weißen Bereichen (Gebiete mit einer Übertragungsgeschwindigkeit von weniger als 30 Mbit/s) mit Bundes- und EU-Mitteln realisiere, habe er auch die Vorgabe, die Arbeiten europaweit auszuschreiben. Mit der Firma Innogy, einer Tochter des RWE-Konzerns, habe der Verband einen professionellen Netzbetreiber mit ins Boot geholt. Die jüngsten Verzögerungen, sagte Neumann, waren Probleme der Beschaffung der Leerrohre, die –  im Ausland gekauft – nicht immer die in Deutschland geforderte Zertifizierung besitzen.

Der Netzausbau wird in Clustern realisiert. Der Grobterminplan sieht den Beginn der Tiefbauarbeiten für Neuendeich, Seestermühe, Seester und Raa-Besenbek (Cluster 2) ab dem 19. August bis zum Dezember vor. In Groß Nordende, Klein Nordende und Heidgraben (Cluster 3) wird ab Mai 2020 gegraben. In Kölln-Reisiek und Ellerhoop (Cluster 4) rollen die Bagger Mitte Oktober dieses Jahres an. Und in Appen, Heist und Moorrege (Cluster 5) sind die Tiefbaukolonnen ab März bis September 2020 am Werk.

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