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Kreisstrasse 18 : Rote Karte für Gewerbegebiet in Barmstedt

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Das Land bleibt beim Nein für die Ausweisung einer Fläche im Norden Barmstedts. Ein Sondergebiet für die Meierei lehnt der Bauausschuss ab.

Barmstedt | Die Ausweisung eines Gewerbegebiets südlich der Kreisstraße 18 (K18) im Barmstedter Norden wird immer unwahrscheinlicher. Die Landesplanung sei „strikt dagegen“, sagte Fachamtsleiter Uwe Dieckmann am Montag während der Beratung im Bauausschuss. Die von der Stadt gewünschte Ausweisung würde aus seiner Sicht „nur viel Geld kosten, aber keine Aussicht auf Erfolg haben“. Und nicht nur die Landesplanung lehne eine dezentrale Gewerbeansiedlung ab: Auch Oliver Stolz, Landrat des Kreises Pinneberg, habe der Stadt in einem Gespräch Mitte Dezember vorgeschlagen, die bisherigen Planungen einzustellen, da wenig Aussicht auf Erfolg bestehe. Bereits im September hatte der Kreis der Stadt schriftlich empfohlen, „von den Planungsabsichten Abstand zu nehmen“.

Auch er sehe „zurzeit keine Chance“ für das Gewerbegebiet, sagte der Ausschussvorsitzende Ortwin Schmidt (CDU) – zumal die Fläche bei einem Ranking der Regionalplanung weit hinten gelegen habe, weil sie mehr als fünf Kilometer von einem Autobahnanschluss entfernt sei. Das könne sich allerdings ändern, wenn die A20 gebaut werde, sagte Ernst-Reimer Sass (CDU).

Die zurzeit einzige Chance aus Sicht des Kreises, die Fläche gewerblich zu nutzen, sei die Ausweisung eines „Sondergebiets Meierei“, sagte Dieckmann. Das stieß im Ausschuss auf ein geteiltes Echo. „Anders als ein reines Gewerbegebiet, wäre das für uns vorstellbar“, sagte Marina Quoirin-Nebel (Grüne). Deutliche Kritik kam dagegen von der FWB. Die Fläche sei „immer noch Schutzgebiet für Grund- und Quellwasser“, sagte Cornelia Dresler. Die Meierei würde sich „natürlich darüber freuen – aber die Frage ist, wer das Wasser dringender braucht: die Barmstedter Bürger oder sie.“ Der milchverarbeitende Betrieb verbrauche jährlich zwischen 300.000 und 320.000 Kubikmeter Wasser, erklärte Axel Schmidt (FWB). „Das ist der Jahresverbrauch von ganz Barmstedt.“

 

Ortwin Schmidt votierte trotzdem für das Sondergebiet. „Sie sehen das selbst nicht als völlig unrealistisch an. Und wir sollten sie dorthin umsiedeln, wo sie das notwendige Wasser bekommt.“ Doch „als Prozess- und Kühlungswasser braucht man kein hochwertiges Quellwasser“, wie Axel Schmidt entgegnete. Bei der Abstimmung hielten sich letztlich Befürworter und Gegner die Waage – mit dem Ergebnis, dass die Ausweisung des Areals als Sondergebiet für die Meierei abgelehnt wurde.

Meierei-Geschäftsführer Dirk Rowedder sagte gestern auf Anfrage unserer Zeitung, bezüglich eines Umzugs sei er „häufig in Gesprächen mit der Stadt“. Es gebe aber keine konkreten Pläne, „und kurzfristig wird das sowieso nichts“.

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erstellt am 01.Feb.2017 | 12:15 Uhr

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