Brande-Hörnerkirchen : Rosentwiete soll Gemeindestraße werden

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Der Verkehrsausschuss des Kreises Pinneberg wird sich am Dienstag, 20. Februar, mit der Rosentwiete in Brande-Hörnerkirchen befassen. Beraten wird darüber, ob die Kreisstraße zu einer Gemeindestraße herabgestuft wird. Grund dafür ist ein geplantes Baugebiet.

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16. Februar 2018, 17:00 Uhr

Brande-Hörnerkirchen | Ist die bislang kürzeste Kreisstraße des Kreises Pinneberg schon bald Geschichte? Vieles deute darauf hin. Die Gemeinde Brande-Hörnerkirchen will wachsen. Nördlich der Rosentwiete (K 16) ist ein Baugebiet geplant (wir berichteten). Erschlossen werden soll es per Ringstraße, die in die Rosentwiete münden soll. Auch einige Grundstückszufahrten sollen direkt an der Straße liegen. Bislang ist die Rosentwiete aber noch eine Kreisstraße. Doch für die neuen Wege müsste das 15-Meter-Anbauverbot an Kreisstraßen aufgehoben werden. Um dafür das Okay zu bekommen, soll die Rosentwiete von einer Kreisstraße zu einer Gemeindestraße abgestuft werden. Der Verkehrsausschuss des Kreises wird sich am Dienstag, 20. Februar, des Themas annehmen (siehe Info-Kasten).

Die Planungen für das Neubaugebiet laufen bereits auf Hochtouren. Um den Zeitplan nicht ins Stocken geraten zu lassen, hofft Hörnerkirchens Bürgermeister Siegfried Winter auf einen positiven Beschluss des Ausschusses – also ein Ja zur Straßen-Herabstufung. Die K 16 ist mit gerade einmal 523 Metern Länge die kürzeste Kreisstraße im gesamten Kreis Pinneberg. Nur gut einen halben Kilometer lang, verläuft die Rosentwiete von der Ecke Barmstedter Straße/Lindenstraße zur Bahnhofstraße. Anfang 1966 wurde sie von einer Gemeindestraße erster Klasse zur K 16 aufgestuft, da sie 1961 verbreitert worden war. Als Verkehrsader sei die Straße „nie richtig wichtig gewesen“, betont Winter. Sie wird vor allem als Abkürzung von Autofahrern genutzt, die von Barmstedt in Richtung Westerhorn unterwegs sind.

Auf den ersten Blick spricht also nichts dagegen, dass die Rosentwiete zur Gemeindestraße herabgestuft wird. Ihre verkehrstechnische Bedeutung ist eher gering, die Gemeinde würde sie gern übernehmen, um den B-Plan 13 nördlich der Rosentwiete wie vorgesehen umsetzen zu können und obendrein könnte der Kreis wohl auch noch Geld sparen. Kommt es zur Abstufung, würden dem Kreis zwar die jährlichen Landeszuweisungen in Höhe von zurzeit 1778,20 Euro entgehen, doch das Geld reicht schon jetzt nicht aus, um die realen Kosten zu decken. Und „durch die künftige Bebauung würde ein höherer Unterhaltungsaufwand auf den Kreis zukommen, da mehr Abfall am Straßenrand beziehungsweise dem Bankettbereich anfiele, der durch die Straßenmeisterei zu entfernen wäre“, heißt es in der Vorlage des Verkehrsausschusses. Außerdem wünsche sich die Gemeinde „Planungshoheit, zum Beispiel für Verschwenkungen für besonders gestaltete Fußgängerüberwege, eventuelle Lichtsignalanlagen für Fußgänger oder auch die Ausstattung der Straße mit Beleuchtung.“

Reichlich Argumente also für eine Herabstufung der Rosentwiete zur Gemeindestraße. Doch einen Haken gibt es. Und wie so oft geht es ums Geld. Bei einem Abstufungsverfahren ist es üblich, die betroffenen Straßen in einem mängelfreien Zustand zu übergeben. „Insofern müsste die Straße selbst oder der anliegende Radweg eine neue Asphaltdecke erhalten“, heißt es in der Vorlage. „Dies wäre mit der Gemeinde noch zu verhandeln.“ Gerechnet wird mit Kosten von gut 66 000 Euro.

Doch auch aus dieser Summe lässt sich noch ein Argument für eine Herabstufung herleiten: Auch als Kreisstraße müsste das Geld wohl in den nächsten Jahren für eine Sanierung investiert werden.Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr, der den Abstufungsantrag genehmigen muss, habe daher schon eine Bereitschaft signalisiert, so die Verwaltung. Die Eigentumsrechte am Straßengrund würden dann kostenlos auf die Gemeinde übertragen werden.

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