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Barmstedter Zeitung

22. November 2017 | 16:03 Uhr

Barmstedt : Rhododendren für Gärten Europas

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

In der Barmstedter Baumschule Hachmann werden Rhododendren für Gartenliebhaber und botanische Gärten gezüchtet.

shz.de von
erstellt am 19.Apr.2014 | 07:00 Uhr

Im Kreis Pinneberg gibt es etwa 960 landwirtschaftliche Betriebe. In unregelmäßigen Abständen stellt die Barmstedter Zeitung Höfe und Baumschulen in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen sowie der Stadt Barmstedt vor. Im 17. Serienteil erzähl Holger Hachmann von der Baumschule Hachmann in Barmstedt, was die Vorzüge seines Jobs sind – und woher seine Begeisterung für Rhododendren stammt.

Zurzeit herrscht für die 27 Mitarbeiter in der Barmstedter Baumschule Hachmann Hochsaison. „Die Arbeit besteht im Wesentlichen aus Versand, Roden, Kommissionierung der Bestellungen, Topfen, Verpacken und Verladen“, berichtet Firmeninhaber Holger Hachmann. Sein Tagesablauf folgt einem festgelegten Rhythmus und beginnt nach dem Frühstück mit der Mitarbeiterbesprechung. Anschließend arbeitet er unter anderem die Bestellungen und Angebote ab.

Hachmann, der die Firma bereits in der dritten Generation leitet, hat den Beruf von der Pike auf gelernt. Gern erinnert er sich an die Wanderjahre, die ihn nach Heidelberg, Holland und ins Ammerland führten, wo er erfolgreich die Meisterschule durchlief und mit dem Baumschul-Meister abschloss. „Im Jahre 1997 übernahm ich – einige Jahre gemeinsam mit meinem Vater Hans – die kaufmännische Leitung“, so Hachmann.

Als „Chef“ ist ihm ein gutes Betriebsklima und ein „offenes Miteinander“ wichtig. Zudem seit Gründung der Baumschule 200 junge Menschen dort ausgebildet worden. Wenn er die Vorzüge „seines“ Berufs schildern soll, nennt Hachmann zuerst das Arbeiten unter freiem Himmel. Aber genauso fasziniere ihn jedes Jahr aufs Neue die Blütenpracht seiner Pflanzen.

Johannes Hachmann, Großvater, des jetzigen Inhabers, gründete die Firma im Jahr 1929. Sein Sohn Hans, 1930 in Barmstedt geboren, trat in seine Fußstapfen. Er absolvierte eine Ausbildung zum Gärtner und arbeitete anschließend in Holstein und im Ammerland. In der ammerländischen Baumschule Bruns nahm seine Begeisterung für Rhododendren ihren Anfang. Diese wurde verstärkt durch die Rhododendren des Züchters Dietrich Hobbie in Linswege.

Als der Barmstedter 1950 in den elterlichen Betrieb eintrat, brachte er aus dem Ammerland fünfzig Rhododendronsorten mit sowie die Idee, diese Pflanzenart in Schleswig-Holstein zu kultivieren und weiter zu entwickeln. Mitte der 70er brachte Hans Hachmann seine ersten eigenen Rhododendron-Züchtungen in den Handel.

Wenige Jahre danach begannen Gartenzeitschriften, über seine Rhododendron-Neuheiten zu berichten. So wurden nicht nur das Fachpublikum, sondern auch Gartenliebhaber auf den Züchter aufmerksam. Im Laufe von fünfzig Jahren Züchtungsarbeit entstanden aus etwa 5000 Kreuzungen mehr als 400 neue Sorten. Die Neuheiten sind auf Landes- und Bundesgartenschauen zu sehen und haben zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Auch in den botanischen Gärten Europas sind die Barmstedter Züchtungen zu finden – beispielsweise in Hamburg und im norwegischen Bergen. Hans Hachmann starb am 5. März 2004. Sein Sohn Holger setzt die Züchtung von Rhododendren fort.

Die Betriebsfläche der Baumschule Hachmann, Brunnenstraße 68, umfasst 19,15 Hektar. Zu den angebauten Sortimenten und Kultur zählen Rhododendren (70 Prozent) sowie Laub- und Nadelgehölzraritäten (30 Prozent). Eine Besonderheit ist ein 8000 Quadratmeter großer Schaugarten mit einer einzigartigen Sammlung von etwa 2500 verschiedenen Rhododendren und 1000 anderer Gehölzraritäten. Die Zahl der Mitarbeiter beträgt 27.
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