Jugendwehr Rantzau : Rettungseinsatz nach Verpuffung

Los geht’s: Einsatzkräfte der Jugendwehr Rantzau beginnen ihren Löschangriff.  Fotos: Peter Jaster (2)
1 von 2
Los geht’s: Einsatzkräfte der Jugendwehr Rantzau beginnen ihren Löschangriff.

Die Jugendwehr Rantzau übt das richtige Vorgehen im Notfall. 20 Jugendliche nehmen an der Übung in Hemdingen teil.

shz.de von
03. Juli 2018, 16:00 Uhr

Hemdingen | Starker Rauch dringt aus einer Garage, Explosionen sind zu hören. Hilfeschreie von eingeschlossenen Menschen dringen aus dem Gebäude. Und zu allem Überfluss läuft ein völlig durchgedrehter Bürger umher, dem nichts schnell genug geht und der der Feuerwehr zeigen will, was sie endlich machen soll.

So spektakulär sah das Szenario aus, mit dem die Jugendfeuer Rantzau während ihrer letzten Übung vor den großen Ferien in Hemdingen konfrontiert war. In drei Gruppen aufgeteilt, gingen die 20 Jugendlichen aus Bilsen, Heede, Hemdingen und Langeln die von ihrem Gruppenleiter zugewiesenen Aufgaben ruhig und sachlich an. Dennis Blöcker von der Jugendwehr beschrieb die Ausgangslage so: „Es gab in der Garage eine starke Verpuffung, das hat zu drei Verletzten geführt. Durch die Verpuffung hat der Rauch auf den Dachboden übergegriffen, wo sich Kinder aufhielten.“

Unter den wachsamen Augen der Jugendbetreuer wurden die Aufgaben anschließend abgearbeitet. „Erst die Menschenrettung, dann die Sachwerte, dann der Löschangriff“, beschrieb Jugendbetreuer Peter Wrage aus Bilsen die Reihenfolge. „Es sieht am Anfang immer so aus, als wenn nichts passiert. Der Gruppenführer geht vor, erkundet die Lage und legt die Prioritäten fest. Ändert sich die Gefahrenlage, muss variabel reagiert werden“, erklärte Wrage weiter und war sehr zufrieden mit dem, was er sah.

Weda und Michelle sorgten dafür, dass die Verletzten nicht alleingelassen wurden. „Egal, wie schwer die Verletzung ist, man muss immer bei ihnen bleiben. Auch wenn das Opfer nicht ansprechbar ist, merkt es doch die Nähe“, erklärte Weda, die schon dreimal an einem Erste HilfeKurs teilgenommen hat und seit 2013 bei der Jugendfeuerwehr mitmacht. Auch Marek Clasen wurde in stabiler Seitenlage betreut. „Ich habe den Anrufer gespielt, der auf den Hof gekommen ist, die Verpuffung gehört hat und die Kinder verschwinden sah. Als die Feuerwehr nicht in die Socken kam, bin ich selber los, um die Kinder zu retten. Dabei habe ich zu viel Rauch eingeatmet und bin ohnmächtig geworden. Ich spiele gern mal das Opfer, da ich ja hier auch ein Heimspiel habe“, so Clasen.

Durch die Übungen über die Dorfgrenzen hinweg lernen die jungen Feuerwehrleute das Material und die Mitstreiter aus den anderen Gemeinden kennen und können so später gut zusammenarbeiten. Nach Ende der Übung bedanken sich Jörn Clasen, Wehrführer aus Hemdingen, und Sandra Marquardt, Jugendbetreuerin der Jugendfeuerwehr Rantzau, bei den Jugendlichen für ihren engagierten Einsatz. „Hätte die Nationalmannschaft heute so gespielt wie ihr bei diesem Einsatz dabei wart, hätten wir niemals verloren“, sagten die beiden.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen