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Rehunfälle: Jäger häufig im Einsatz

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Umwelt Jagdgemeinschaft Lutzhorn muss immer wieder verunfalltes Wild aufsammeln / Keine konkreten Belege für Wolf im Revier

Für die 15 aktiven Jäger der Jagdgemeinschaft Lutzhorn gibt es aktuell jede Menge zu tun: So müssen beispielsweise Fallen repariert, Hochsitze mit einem Schutzanstrich versehen und Ansitzböcke überholt werden. „Des Weiteren haben wir, auch mit Hilfe von Schleppern, Wildäcker bearbeitet und dort unter anderem Hafer ausgesät, um das Wild dorthin zu locken“, berichtete der Jäger Carsten Brandemann (Foto). „Damit wollen wir verhindern, dass die Tiere woanders Schäden anrichten.“ Mehrere Arbeitseinsätze galten auch den Maisfeldern, die mit Elektrozaundraht eingezäunt wurden. Mit angepackt haben durchschnittlich fünf bis sechs Jäger. Später muss unter dem Zaun noch das Gras weggenommen werden.

Als bedauerlich bezeichnete es Brandemann, dass er immer wieder verunfalltes Wild aufsammeln muss: In der letzten Zeit seien es zwei Kitze und eine Ricke gewesen. Er habe sie im Wald eingegraben, damit sie sich der Fuchs holen könne. Im Vorjahr habe es zehn verunfallte Tiere (Rehwild) gegeben, was eventuell auf einen Wolf zurückzuführen sei, der im Lutzhorner und Groß Offensether unterwegs war. Konkrete Belege gebe es dafür aber nicht, berichtete er.

Der Wolfsbetreuer Hans-Albrecht Hewicker aus Bokholt-Hanredder erklärte auf Anfrage unserer Zeitung, dass es immer wieder vermeintliche Sichtungen von Wölfen gegeben habe. Doch in keinem Fall – außer im vergangenen Jahr in Bokholt-Hanredder – konnte ein konkreter Nachweis erbracht werden. „Es ist kein Foto vorhanden, ebenso wenig liegt ein DNA-Nachweis vor.“

Und der in Bokholt gesichtete Wolf? Hewicker hält es für möglich, dass der im Juli vergangenen Jahres fotografierte Wolf weitergezogen ist, wobei er sich in jede Richtung habe wenden können – nach Norden in Richtung Dänemark, ebenso wie nach Nordosten in Richtung Mecklenburg-Vorpommern. Eine Übersichtskarte belege, dass die meisten Tiere aber vorzugsweise in Richtung Niedersachsen wanderten. Dort lebten bereits neun Wolfrudel. Auch Jan Maaß-Hell, Mitglied der Jagdgemeinschaft Bokholt-Hanredder, hat von Wolfssichtungen im Bereich Offenseth-Bokel gehört. Doch konkrete Beweise lägen nicht vor, berichtete er.

Vermeintliche Wolfssichtungen in der Region Barmstedt oder in Schleswig-Holstein sollten schnellstmöglich an die Notfallhotline in Schleswig-Holstein unter der Rufnummer (01  74) 6  33  03  35 gemeldet werden.

„Zugenommen haben die Schäden durch das Schwarzwild, also die Wildschweine“, so Brandemann weiter. Um die Population wenigstens einigermaßen in den Griff zu bekommen und die Schäden so gering wie möglich zu halten, dürfen die Frischlinge das ganze Jahr hindurch erlegt werden. Zum Abschuss freigegeben sind auch die einjährigen Keiler (Überläufer), wenn sie als solche deutlich erkennbar sind, wie Kreisjägermeister Wolfgang Heins bestätigte. Die Bache hingegen müsse auf jeden Fall geschont werden.

Die Lutzhorner Jäger betreuen insgesamt ein Revier mit einer Jagdfläche von etwa 1800 Hektar Vorkommende Wildarten sind beim sogenannten Niederwild beispielsweise das Rehwild, Fuchs, Dachs, Hase, Fasan, Enten und Tauben; zum Hochwild werden Rotwild, also Hirsche, und Schwarzwild, das sind die Wildschweine, gezählt.


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