Ralf Henning bleibt im Amt

Neun Mitglieder hat die neue Osterhorner Gemeindevertretung. Fotos: Wittmaack
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Neun Mitglieder hat die neue Osterhorner Gemeindevertretung. Fotos: Wittmaack

Bürgermeister von Osterhorn einstimmig gewählt / Trotz kleinem finanziellen Spielraum soll Straßensanierung angegangen werden

shz.de von
22. Juni 2018, 16:00 Uhr

Nur gut eine halbe Stunde dauerte der öffentliche Teil der konstituierenden Gemeindevertretersitzung in Osterhorn. Kein Wunder, schließlich tritt in dem kleinen Dorf mit seinen 450 Einwohnern seit Mitte der 1960er Jahre nur die örtliche Wählervereinigung zur Kommunalwahl an. Entsprechend „spannend“ gestaltete sich die Bürgermeisterwahl. Ralf Henning, der das Ehrenamt in Osterhorn seit 2013 innehat, war der einzige Kandidat und wurde einstimmig gewählt. Auch seine Vertreter Jörg Kröger und Brigitte Schotte wurden unisono bei eigener Enthaltung gewählt.

Schon der Wahlkampf lief in Osterhorn auf Sparflamme. Strittige Wahlkampfthemen? Fehlanzeige. Ein schriftliches Wahlprogramm im eigentlichen Sinn hatte die Wählergemeinschaft nicht. Warum auch? Wahlalternativen gab es schließlich nicht. Spannend war einzig die Frage, wer als Bürgermeister kandidieren würde. Lange verweigerte sich Henning, ehe er kurz vor der Wahl doch noch sein Okay für eine zweite Amtszeit gab. Nicht zuletzt, weil seine neuen Stellvertreter signalisierten, dass die Arbeit des Bürgermeisters zukünftig auf mehrere Schultern verteilt werden solle.

Ruhig geht es zu in Osterhorn. Nicht einmal einen Finanzausschuss gibt es. Zu den Gemeindevertretersitzungen kommen in der Regel bestenfalls vier oder fünf Zuhörer, zur konstituierenden Sitzung erschienen lediglich drei im Gasthaus Mehrens im benachbarten Hörnerkirchen. Seit in Osterhorn die „Titanic“ ihre Tore geschlossen hat, gibt es in dem Dorf keinen Tagesraum mehr. Unter den drei Zuhörern waren zwei ausgeschiedene Gemeindevertreter, die mit Blumen und Urkunden verabschiedet wurden.

Geld ist in Osterhorn knapp, die Gemeinde kann seit vielen Jahren keine finanziellen Luxusprojekte anpacken. Entsprechend eingeschränkt ist der Handlungsspielraum der Dorfparlamentarier. Möglichst noch in diesem Jahr soll die Straße Kloster auf Vordermann gebracht werden. Henning persönlich hatte jüngst marode Stellen am Gehweg und an den Schachtdeckeln mit gelber Farbe markiert. Auch das ist typisch für Osterhorn: Selbst mit anpacken ist hier gefragt.

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