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„Die stellen zu, wie sie Lust haben“ : Post-Kunden ärgern sich über verspätete Zustellung

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ein Postsprecher räumt anfängliche Probleme nach einer Umstellung im Zustellbezirk im Bereich Barmstedt ein.

shz.de von
erstellt am 30.Jun.2016 | 12:30 Uhr

Barmstedt | Bei Renate Schulz ist es der „Spiegel“. Bei Hermann Möller (beide Namen geändert) ist es die „Hörzu“. Seit mehreren Monaten erhalten die Barmstedterin und der Langelner die Zeitschriften, die sie seit vielen Jahren abonnieren, häufig mehrere Tage verspätet zugestellt – oder auch mal gar nicht. „Die ,Hörzu’ kommt mal eine Woche zu spät, mal montags statt freitags und manchmal überhaupt nicht“, sagt Möller, der im Außenbereich von Langeln wohnt. Er habe sich bei der Post „schon mehr als 15 Mal beschwert, aber da kriegt man keinen Ansprechpartner vor Ort zu fassen, sondern landet irgendwo in Düsseldorf.“ Es werde zwar versichert, dass sein Anliegen weitergeleitet werde, „aber ändern tut sich nichts“. Einmal habe er Briefmarken als Entschuldigung erhalten. „Aber das hilft mir auch nicht weiter.“ Seiner Meinung nach „liegt es an den Zustellern. Die stellen zu, wie sie Lust haben.“ Es sei „schon krass, was die Post hier mit uns macht. Wozu habe ich ein Abo, wenn es nicht kommt?“

Ähnlich verärgert ist Schulz, die an der Großendorfer Straße in Barmstedt wohnt. „Bei uns kommen die Postboten seit einiger Zeit mit dem Auto statt mit dem Fahrrad – seitdem gibt es ständig Probleme“, berichtete sie. Die Zusteller – die zudem öfter wechselten – hätten ihr auf Nachfrage erklärt, ihnen sei von Vorgesetzten gesagt worden, sie könnten die Post, die sie auf ihrer Tour nicht schaffen, „ja nach Feierabend austragen“.

Postsprecher Martin Grundler erklärte auf Anfrage zu den Fällen, Ende April seien die Zustellbezirke im Bereich Barmstedt neu bemessen worden – mit der Folge, dass in einigen Gebieten, in denen bis dato Zusteller mit dem Fahrrad unterwegs waren, jetzt Briefe und Pakete per Auto ausgetragen werden. „Das nennt sich Verbundzustellung und ist in den betreffenden Bereichen wirtschaftlicher, als wenn erst ein Fahrradzusteller die Briefe bringt und dann ein zweiter mit Päckchen und Paketen die Tour fährt.“

Die Umstellung auf die Autozustellung und der Einsatz neuer Zusteller könne anfangs zu Problemen geführt haben, sagte Grundler. „Die neuen Mitarbeiter müssen sich ja erstmal eingewöhnen. Aber das sollte sich jetzt eingespielt haben.“ Seit ein paar Wochen gebe es zudem einen neuen Dienstleister, der die Sendungen an die Ablagestellen bringt. „Das hat am Anfang offenbar auch nicht ganz reibungslos geklappt.“

Der Wechsel ist ungewohnt

Für viele Kunden, die ,ihre’ radelnden Postboten schon lange kennen, sei der Wechsel sicher ungewohnt, sagte Grundler. Hinzu komme, dass sich in manchen Gebieten die Zustellzeiten geändert hätten. „Wenn die Post bisher immer am Montagvormittag kam und der Kunde dann am Montagmittag in den Briefkasten guckt, sieht er die Post erst am Dienstag, obwohl sie am Montagnachmittag schon da war.“ Wieso einige Sendungen überhaupt nicht zugestellt wurden, konnte Grundler nicht sagen. „Um das herauszufinden, bräuchten wir genauere Angaben.“

Dass Zustellern gesagt worden sei, sie sollten die Arbeit nach Feierabend fortsetzen, könne er sich nicht vorstellen, sagte Grundler. Grundsätzlich seien die Touren so bemessen, dass jeder Zusteller seine Lieferungen innerhalb der maximalen Arbeitszeit von 10:45 Stunden schaffen könne. „Falls das einmal nicht der Fall sein sollte, werden die Sendungen am Folgetag zugestellt. Und dann wird die Tour da gestartet, wo sie am Vortag abgebrochen wurde.“ Dennoch sei jede Verzögerung für die Kunden ärgerlich, so Grundler. „Dafür können wir uns nur entschuldigen“.

In Barmstedt und Umgebung sind laut Postsprecher Martin Grundler zurzeit drei Briefzusteller mit dem Fahrrad sowie 14 sogenannte Verbundzusteller – die Briefe, Päckchen und Pakete mit dem Auto transportieren – sowie zwei reine Paketzusteller im Einsatz. Bundesweit stellt die Post täglich 64 Millionen Briefe und Karten sowie 3,9 Millionen Päckchen und Pakete zu. Bei Beschwerden und Fragen können sich Kunden unter der Rufnummer 0228-4333112 melden.
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