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Barmstedt : Polizist klärt Friedhofs-Attacke auf

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Ermittler beweist gutes Gedächtnis: Kriminalfall in Barmstedt gelöst. DNA-Spur führt zu Landstreicher – der aber noch nicht gefasst ist.

shz.de von
erstellt am 29.Okt.2014 | 10:00 Uhr

Barmstedt | DNA-Spuren am Tatort und das gute Gedächtnis eines Ermittlers haben die Polizei auf die Spur eines Landstreichers geführt. Der 57-Jährige hatte am 6. September versucht, aus einem auf dem Barmstedter Friedhofsparkplatz abgestellten Auto eine Handtasche zu stehlen. Wie Polizeisprecherin Sandra Mohr berichtete, habe ein Beamter der Kripo Elmshorn, der vor drei Jahren im Kreis Nordfriesland mit einem älteren Autoaufbrecher zu tun hatte, „so ein Gefühl“ gehabt, als er von der Tat in Barmstedt hörte. Und obwohl die Beschreibung des dortigen Täters eine ungepflegte Erscheinung eigentlich ausgeschlossen habe, sei ihm der Landstreicher nicht aus dem Kopf gegangen. „Schließlich gibt es im Land nicht allzu viele polizeibekannte, ,lebensältere’ Autoaufbrecher“, so Mohr.

Die weiteren Recherchen des Ermittlers hätten ergeben, dass der Landstreicher sieben Tage vor der Barmstedter Tat aus dem Gefängnis entlassen worden war, so Mohr. In die Hände spielte dem Beamten auch, dass der 57-Jährige vor seiner Entlassung einem Mithäftling das Fahrrad unterschlagen und es später am Tatort zurückgelassen hatte. Beim Abgleich der Daten habe sich herausgestellt, dass es sich um das vermisste Trekkingrad handelte, so Mohr. An dem sowie an einer Jacke, die der Täter ebenfalls zurückgelassen hatte, habe die Kripo auch DNA-Spuren gesichert – die jetzt dem Landstreicher zugeordnet werden konnten. „Aber das war dann keine Neuigkeit mehr, sondern nur noch eine Bestätigung des dringenden Tatverdachts, den der Beamte nun der Staatsanwaltschaft mitteilen wird“, so Mohr.

Der Landstreicher – der Polizei seit 1990 wegen etlicher „Blitz-Autoaufbrüche“ bekannt – sei allerdings noch nicht gefasst, so Mohr. „Er weiß noch nicht, dass ihm jetzt auch diese Tat zugerechnet wird, ist eventuell wieder mit einem Fahrrad unterwegs und hält sich vermutlich nach wie vor in Schleswig-Holstein auf“, so Mohr. Doch da er jetzt zur Fahndung ausgeschrieben sei, werde er „spätestens beim nächsten Zufallszusammentreffen mit der Polizei“ von den neuen Vorwürfen gegen ihn erfahren „und sich dann eventuell erneut vor Gericht verantworten müssen“.

Der versuchte räuberische Diebstahl hatte sich am Sonnabend, 6. September, um kurz vor 14 Uhr ereignet. Laut Polizei war eine 64-Jährige  aus dem Barmstedter Umland  auf dem Barmstedter Friedhof unterwegs, als sie ein klirrendes Geräusch aus Richtung des Parkplatzes an der Lutzhorner Landstraße wahrnahm. Sie eilte zu ihrem Wagen und entdeckte dort einen Mann, der die Autoscheibe eingeschlagen und die Handtasche entnommen hatte. Als sie nach ihr griff, kam es zum Handgemenge, in dessen Verlauf der Täter der Frau ins Gesicht schlug. Dass ein Passant vorbeikam, trieb den Täter in die Flucht: Er ließ alles  liegen und rannte davon. Die Fahndung verlief – trotz Zeugenaufrufen mit Bildern des vom Täter zurückgelassenen Fahrrads und der Jacke – erfolglos. Der Gesuchte soll etwa 45 Jahre alt und 1,75 Meter groß sein, dunkelblondes, schütteres Haar haben sowie eine Brille und einen Oberlippenbart tragen.
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