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Blaualgen im Strandbad : Politik setzt Öffnung des Freibads durch

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Barmstedts Stadtwerkeleiter wollte das Strandbad in diesem Jahr komplett aufgeben. Doch Politiker befürchtet einen Imageschaden für die Stadt.

shz.de von
erstellt am 12.Feb.2014 | 16:00 Uhr

Barmstedt | Wenn es nach Fred Freyermuth gegangen wäre, hätten die Barmstedter in diesem Jahr auf ihr Freibad verzichten müssen. „Ich unterstelle, dass die Wasserqualität im Rantzauer See genauso schlecht sein wird wie im letzten Jahr, und würde daher empfehlen, das Bad während dieser Saison komplett zu schließen“, hatte der Stadtwerkeleiter am Montag im Werkausschuss verkündet.

Das ständige Hin und Her im vorigen Jahr, als das Strandbad wegen Blaualgenbefalls erst tage-, und dann wochenlang geschlossen hatte, habe die Besucher verärgert, „weil sie nie wussten, ob  sie vor offener oder verschlossener Tür stehen würden“, sagte Freyermuth. Auch für die Mitarbeiter sei es „eine Katastrophe“ gewesen. „Da ist es besser, wir schließen von vornherein. Stattdessen könnten wir das Hallenbad regelmäßig öffnen“, schlug er vor. Außerdem könnte die Zeit genutzt werden, um am Strandbad neuen Rasen zu säen. „Das kostet 50 Euro. Sonst müssten wir, um Zeit zu sparen, Rollrasen nehmen – und der wäre erheblich teurer.“ Darüber hinaus müsse er, sollte das Bad öffnen, eine Teilzeitkraft einstellen, sagte Freyermuth. „Wir hatten eine Kündigung, würden die Stelle sonst aber erst 2015 nachbesetzen.“

Doch die Argumente verfingen nicht bei allen. „Das Freibad ist unser Aushängeschild. Wir sollten es deshalb vielleicht so lange öffnen, bis Algen auftreten“, sagte Peter Gottschalk (FWB). Marina Quoirin-Nebel (Grüne) und Susanne Schmidt (CDU) pflichteten ihm bei. „Das Bad komplett zu schließen, wäre genauso rufschädigend, als wenn man es ab und an schließt“, sagte Schmidt. Jürgen Busse (SPD) verwies auf das Bokeler Freibad, das 2013 abgerissen wurde. „Im Hinblick darauf sollten wir mit unserem Bad zumindest versuchen, den Leuten eine Alternative zu bieten.“

Ernst-Reimer Saß (CDU) wies auf die Personalkosten hin. „Die müssten wir auch dann zahlen, wenn das Bad geschlossen wird“, sagte er. Auch die Wasserqualität des Sees sei bedenklich, sagte Dietrich Tetz (CDU). „Davon einen Schluck zu nehmen, ist sicher nicht so angenehm.“ Der Boden rund um die Liebesinsel liege „voller Kot“, sagte Saß. Auch Freyermuth hält die Wasserbelastung für ein „grundsätzliches Problem. Und selbst, wenn die Werte in Ordnung sein sollten, möchte ich nicht verantworten, da Badegäste reinzulassen.“

Am Ende stimmten fünf der neun Politiker für den Antrag von Michael Schönfelder (FWB), das Freibad so lange zu öffnen, wie die Wasserqualität es zulässt. Freyermuths Antrag, das Bad komplett zu schließen, lehnten sechs Politiker ab.

Da er davon ausgegangen war, dass statt des Freibads das Hallenbad öffnen würde, hatte Freyermuth dessen für diesen Sommer geplante Sanierung auf 2015 verschoben. „Dabei bleibt es auch, trotz des Beschlusses“, sagte er gestern.

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