Kindergarten in Sparrieshoop : Politik sauer auf Kirchenkreis

Die Leiterin des Sparrieshooper Kindergartens, Sabine Mülder.

Die Leiterin des Sparrieshooper Kindergartens, Sabine Mülder.

Die Abrechnung der Mittagsverpflegung darf nicht ausgelagert werden.

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21. Februar 2018, 16:00 Uhr

Klein Offenseth-Sparrieshoop | Eine Idee scheitert zurzeit an Kirchenvorschriften: Die Gemeinde Sparrieshoop möchte künftig die Abrechnung der Mittagsverpflegung im Kindergarten an eine Dienstleistungsfirma übertragen. Das Unternehmen erledigt seit mehreren Jahren in der Grundschule Wiepeldorn die Abrechnung und hat sich, so der Familien- und Kinderausschuss in seiner Beschlussempfehlung an den Gemeinderat als ebenso zuverlässig wie flexibel erwiesen. Darüber hinaus ließe sich das in der Grundschule reibungslos funktionierende System problemlos im Kindergarten einsetzen und würde so die Kindergartenleitung von verwaltungstechnischen Aufgaben befreien.

Die Leiterin des Sparrieshooper Kindergartens Sabine Mülder musste den Gemeindevertretern allerdings mitteilen, dass sich diese Idee nicht so einfach umsetzen lassen werde. Träger des Kindergartens ist die Kirchengemeinde. Die Vorschriften des Trägers sehen vor, dass Abrechnungen entweder durch das kirchliche Verwaltungszentrum des Kirchenkreises Rantzau-Münsterdorf (KVZ) oder die Kindergartenleitung erledigt werden müssen. Eine Übertragung an Dritte ist ausgeschlossen. Das Kirchenrecht besagt, dass der Bereich Finanzen nicht an Dritte abgegeben werden darf. Mülder: „Eine Auslagerung ist demnach ausgeschlossen!“

Sie sagte weiter: „Das ist sehr unbefriedigend. Ich mache derzeit die Abrechnung, dabei rechne ich spitz ab. Nur die Eltern der Kinder, die tatsächlich gegessen haben, müssen für das Mittagessen auch bezahlen.“ Die Alternative, so Mülder, sei die Abrechnung über das KVZ. Die Eltern müssten dann eine Essenspauschale entrichten, ob die Kinder tatsächlich am Mittagessen teilnehmen oder nicht, spielt dann keine Rolle. „Das wäre nicht familienfreundlich. Das ist im Moment der Stand der Dinge“, stellte die Kindergartenleiterin fest.

Der Vorsitzende des Finanzausschusses Stefan Kamp reagierte auf diese Mitteilung sichtlich verärgert: „Das KVZ schafft es nicht, uns die Kindergartenjahresabrechnung fristgemäß zur Verfügung zu stellen und das seit über zwei Jahren. Die sollen alternativ die Essensgeldabrechnung in unserem Kindergarten übernehmen?“ Kamp berichtete ergänzend von einem Gespräch mit dem Träger. Thema: Die Befreiung der Kindergartenleitung von überflüssigen Aufgaben. Der Finanzausschussvorsitzende fragte in die Runde: Wie passt das zu der zwangsweisen Übernahme der Abrechnung durch die Kindergartenleitung?“

Joachim Naumann plädierte dafür, mit dem Träger zu sprechen und deutlich darauf hinzuweisen, dass das Verhalten hier absolut gemeindeunfreundlich ist. Sparrieshoops Bürgermeister Günther Korff ergänzte, dass durch die Ablehnung von Seiten der Kirchengemeinde die Vernetzung von Kindergarten und Grundschule, die sowohl von der Gemeinde als auch von den Eltern gewünscht ist, torpediert wird.

Hans-Jürgen Haack gab zu bedenken, dass der Träger des Kindergartens selber sehr unglücklich mit dem KVZ sei. Letztendlich fasste die Gemeindevertretung einen Grundsatzbeschluss zur Einführung des Abrechnungssystems. Vorher stehen allerdings noch Gespräche mit dem Träger des Kindergartens und dem KVZ an.

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