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Barmstedt : Politik hinterfragt Breitbandausbau

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Stadtwerke Barmstedt wollen weitere Umlandgemeinden erschließen. SPD und Grüne befürchten hohe Verluste.

shz.de von
erstellt am 06.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Barmstedt | Die Barmstedter Stadtwerke hinken ihrem Ziel, 50 Prozent der etwa 5000 städtischen Haushalte als Breitband-Kunden zu gewinnen, noch weit hinterher: Derzeit liegt die Anschlussquote bei 25 Prozent. „Es kommen aber jeden Monat etwa 20 neue Kunden hinzu“, sagte Stadtwerkeleiter Fred Freyermuth am Mittwoch im  Werkausschuss. Zudem dränge die Zeit nicht. „Ich sage mal salopp: Barmstedt läuft uns nicht weg.“ Anders sehe es in den Umlandgemeinden wie Sparrieshoop, Horst und Bissenmoor aus. Dort würden auch Konkurrenten wie die Telekom aktiv werden wollen. „Deshalb müssen wir dort schnell anfangen.“ In Barmstedt dagegen werde die Telekom „kein Geld mehr investieren“.

2015 sollen Hemdingen und Bevern erschlossen werden. Außerdem werden Anwohner der im Außenbereich von Lutzhorn gelegenen Straße Grenzhöhe einen Anschluss erhalten. „Sie werden sich an den Kosten beteiligen“, sagte Freyermuth. In Sparrieshoop und in Bissenmoor werden die Arbeiten weitergehen. Alle diese Vorhaben genehmigte der Ausschuss im Rahmen des Wirtschaftsplans, der insgesamt 2,4 Millionen Euro für den Breitbandausbau vorsieht.

Geplant ist auch, in Horst (Kreis Steinburg) ein Breitbandnetz aufzubauen. Das Projekt wird der Politik aber – wie ähnlich große Vorhaben – noch einmal detailliert vorgestellt und muss gesondert genehmigt werden. Das hatte der Ausschuss beschlossen, nachdem SPD und Grüne hinterfragt hatten, ob der Breitbandausbau im geplanten Umfang notwendig sei. „Wollen wir wirklich 2,4 Millionen Euro verbuddeln, nur um der Telekom ein Schnippchen zu schlagen?“, fragte Jürgen Busse (SPD). „Dann sind die halt in Horst. Aber wir brauchen die Gewinne der Stadtwerke für den Stadthaushalt.“ Der Ausbau koste viel Geld, „und wenn ich mir die Liquidität der Stadtwerke angucke, ist das ein Problem“.

Freyermuth erklärte, die Politik habe einst beschlossen, dass der Breitbandausbau mit Gewinnen aus dem externen Gasgeschäft finanziert werden solle. „Wenn Sie das jetzt nicht mehr wollen, stoppen wir das.“ Aus seiner Sicht seien die Investitionen aber langfristig rentabel. „Im Moment laufen wir noch durch ein Tal der Tränen. Das war aber abzusehen. Jetzt kommen die Kunden.“ Bis Juni seien die Stadtwerke mit Aufträgen ausgelastet, sagte Freyermuth. „Wir verlegen jeden Monat 70 bis 90 Hausanschlüsse.“ In Barmstedt, wo der Ausbau 2011 begann und die Hausanschlüsse kostenlos sind, würden die Investitionen im Plan (sechs Millionen Euro) bleiben, so Freyermuth. „Zurzeit liegen wir bei vier. Da kommt noch etwas drauf, aber mit sechs werden wir auskommen.“

In diesem Monat werden die Arbeiten im Ahornring beginnen. Der Investor hatte die Straße erst im Oktober 2014 der Stadt übergeben. Zuvor hatten die Stadtwerke nicht tätig werden können.

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