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Strasse zwischen Lutzhorn und Bokel : Politik berät im März erneut über K2-Ausbau

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Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Zu eng, zu kaputt, zu unsicher: Der Abschnitt der Kreisstraße 2 (K 2) zwischen Lutzhorn und Bokel ist marode und sollte ab diesem Jahr saniert werden. Für 2017 ist die in Aussicht gestellte Förderung des Landes jedoch geplatzt. Die Verwaltung des Kreises will die Straße dennoch sanieren, da der Zustand der K 2 laut eines Ingenieurbüros bedenklich ist. Nun wird sich die Politik erneut mit dem Thema befassen.

shz.de von
erstellt am 25.Feb.2017 | 16:00 Uhr

Lutzhorn | Wird die Kreisstraße 2 (K 2) zwischen Lutzhorn und Bokel ab diesem Jahr ausgebaut? Darüber werden im März erneut zwei Fachausschüsse des Kreises Pinneberg sowie der Kreistag beraten. Knackpunkt ist die Förderung des Landes Schleswig-Holstein. Denn anders als zunächst geplant, wird es erstmal kein Geld aus Kiel für den Ausbau geben, wie Silke Dräger, Leiterin des Fachdienstes Straßenbau und Verkehrssicherheit, gestern mitteilte. „Für 2017 bekommen wir auf keinen Fall eine Förderung“, sagte sie.

Da eine grundsätzliche Sanierung nach Meinung eines beauftragten Ingenieurbüros aber dennoch empfehlenswert sei, schlägt die Verwaltung nun vor, das Projekt allein zu stemmen. Nach einer aktuellen Schätzung geht der Kreis von Kosten in Höhe von 7,4 Millionen Euro aus. Aufgrund der veränderten Ausgangslage wird sich die Politik nun erneut mit dem Thema beschäftigen.

Ausbau soll innerhalb von drei Jahren erfolgen

Grundsätzlich hatte sich der Kreis bereits im vergangenen Jahr für eine Sanierung der K 2 zwischen dem Kreisel bei Lutzhorn und dem Ortseingang Bokel in den Jahren 2017, 2018 und 2019 ausgesprochen. Im Optimalfall hätte das Land den Ausbau mit etwa vier Millionen Euro gefördert. Im Dezember habe sich das Verkehrsministerium dann beim Kreis Pinneberg gemeldet, so die Verwaltung. Angesichts der im Jahr 2020 in der heutigen Form endenden Förderung seitens des Wirtschafts- und Verkehrsministeriums stehe das Land vor der Herausforderung, die noch verfügbaren Fördermittel so effizient und effektiv wie möglich einzusetzen. Daher würde man sich auf die wichtigsten Aufgabenbereiche wie den Erhalt verkehrswichtiger Straßen einschließlich der Erneuerung maroder Straßenbrücken oder der Sicherheit an Bahnübergängen konzentrieren, hieß es.

Das Land muss also Prioritäten setzen. Die K 2 gehört nicht dazu. Das Ausbauvorhaben könne für 2017 nicht in das Förderprogramm aufgenommen werden, heißt es in dem Schreiben. Auch wie es 2018 und 2019 mit Fördermitteln aussehe, sei unklar, so Dräger. Die Verwaltung beauftragte daraufhin ein Ingenieurbüro. Es sollte herausfinden, ob es Alternativen zur geplanten Komplettsanierung der etwa 6,2 Kilometer langen Strecke gebe.

Ingenieure empfehlen Komplettsanierung

Das Ergebnis: Die Ingenieure empfehlen eine grundhafte Sanierung der K 2, da diese mittelfristig günstiger sei als Sofortreparaturen. Bei Verzicht auf die Sanierung müsse mit Mehrkosten gerechnet werden, da die Schäden sich mit der Zeit immer weiter vergrößern würden. Auch eine Deckensanierung verwirft das Ingenieurbüro. Nach maximal zwei Jahren würden sich wieder Schäden in der Asphaltdecke zeigen.

Der Zeugnis über den baulichen Zustand fällt sehr schlecht aus: Laut dem Ingenieurbüro lässt er keine verkehrssichere Nutzung mehr zu. Bohrkernunterschungen hätten einen „zu schwachen Oberbau und eine nicht frostsichere Gründung der K 2“ zu Tage gefördert. Man gehe zudem davon aus, dass sich der Zustand der Fahrbahn über den Winter und durch den häufigen Wechsel zwischen Frost und Tauwetter weiter verschlechtert habe. Entscheide sich der Kreis dafür, die   K 2 in diesem Jahr nicht zu sanieren, seien auf jeden Fall umfangreiche Sofortreparaturen fällig.

Viel Schwerlastverkehr auf der Kreisstraße

Die K  2 wird laut Gutachten hauptsächlich vom Schwerlastverkehr wie den Meierei-Lastern und Baufahrzeugen genutzt. Da die Strecke zwischen Lutzhorn und Bokel lediglich zwischen 5,30 und 5,80 Meter breit sei, müssten große Laster bei Gegenverkehr zwangsläufig den Randstreifen befahren, was vor allem für das vorhandene Schadensbild auf der K 2 verantwortlich sei. Die zu schmale Fahrbahn stelle ein Verkehrsrisiko da. Daher soll die Straße auch im Zuge des Ausbaus auf 6,50 Meter verbreitert werden.

Ausbau soll etwa 7,4 Millionen Euro kosten

Die Verwaltung geht aktuell davon aus, dass die K 2-Sanierung etwa 7,4 Millionen Euro kosten wird. Der erste Bauabschnitt vom Kreisel bis zur Einmündung Kanthorst schlage mit etwa 1,3 Millionen Euro zu Buche, die beiden weiteren mit jeweils rund drei Millionen Euro. Die neue Summe ist niedriger als die Schätzung von 9,3 Millionen Euro aus dem vergangenen Jahr, da unter anderem durch den Wegfall von bisher mit eingeplanten Entwässerungsleitungen Geld eingespart werden könne. Stimmt die Politik dem Vorschlag der Verwaltung zu, soll der Ausbau laut Dräger „zeitnah“ nach der Entscheidung in Lutzhorn beginnen.

 

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