Barmstedt : Poetry Slam in der Sporthalle

Für Slammer Hannes gibt es mehr als eine Definition von Leben.
Für Slammer Hannes gibt es mehr als eine Definition von Leben.

Fesselnde Vorträge der Barmstedter Gymnasiasten erlauben tiefen Einblick in ihre Lebenswelt.

shz.de von
26. Januar 2015, 12:00 Uhr

Barmstedt | Die Schüler des Kulturausschusses am Barmstedter Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium haben am Freitagabend ihren zweiten Poetry Slam präsentiert – und der hatte es in sich. Die Sporthalle war brechend voll, etwa 200 Gäste verbreiteten eine tolle Stimmung. Es erwartete sie eine Mischung aus szenischen Vorträgen, eigener Lyrik, Musik-Acts und nicht zuletzt der legendäre Slammer Torsten Wolff. Er war im Jahr 2013 schleswig-holsteinischer Poetry-Slam-Meister geworden.

Die Slams der Schüler und Ehemaligen waren spannend, erlaubten sie doch einen tiefen Einblick in die Lebenswelt der heranwachsenden Generation. Sich selbst zu finden, realisieren, wer man ist und wo sein Platz ist in dieser Welt ist: „Es gibt mehr als eine Definition vom Leben“, sagte Hannes, von der „Existenz im Hier und Jetzt“ sprach Franziska, „Wer bin ich?“, fragte die komplette Theater-AG in einer seriellen Inszenierung, und wusste auch die Antwort: „Sei Du selbst!“

Dass diese Suche ein Gang auf dem schmalen Grat zwischen Attitüde und Aufrichtigkeit ist, weiß jeder, der durch diese Zeit gegangen ist. Umso schöner war es zu sehen, wie aufrichtig die Jugendlichen in ihrer ganzen Haltung waren. Besonders spannend wurden die Texte schließlich da, wo sie über die Introspektive hinauswiesen. Wie bei Pauls Slam. Was als Klagelied über die Triezerei eines älteren Jungen begann, nahm plötzlich eine überraschende Wendung: Der ist tot. Und führt Paul zu dieser Selbstreflektion, bei der man selbst nicht mehr im Mittelpunkt steht: Das ist die Schwelle zum Erwachsensein.

Die Band „We Are Stereokid“ rockten zum Abschluss den Saal noch einmal richtig durch.  (Foto: Droste)
Die Band „We Are Stereokid“ rockten zum Abschluss den Saal noch einmal richtig durch. (Foto: Droste)
 

Der Abend war eine großartige Leistung des Kulturaussschusses rund um Kim Lembke, der Moderatoren Christine Sörnsen und Jannes Wegner und des Teams von BP Veranstaltungstechnik, die sich und ihr Equipment pro bono zur Verfügung stellten.

„Finden wir eine ganz coole Sache“ urteilten die jungen Profis von der Band „Soundstory“, die schnellen Groove mit tiefen Texten verbinden und exklusiv ihren neuen Song „Reset Me“ vorstellten. Das war dann auch die Meinung der Jungs von „We Are Stereokid“, die den Saal zum Abschluss noch einmal ganz gründlich durchrockten: Da hielt es überhaupt niemanden mehr auf den Stühlen.

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