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Klein Offenseth-Sparrieshoop : Pflegeeinsatz im Moorgebiet

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bokelsesser Moor: Nabu- und Moorvereinsmitglieder kümmern sich um die Heidemahd und beschneiden Bäume.

Tiere halten Winterschlaf, der Nabu nicht. Sieben entschlossene Umweltschützer machten sich am Sonnabend auf den Weg zum Klein Offenseth-Bokelsesser Moor, um Pflegemaßnahmen durchzuführen. Dabei ließen sie sich auch nicht von der Kälte und dem Nieselregen abhalten, der ununterbrochen niederging. Gleichzeitig mit den Barmstedtern brachen auch 13 Mitglieder des Moorvereins auf, die an anderer Stelle der Natur „unter die Arme“ griffen. Vom Treffpunkt „Schafsstall“ aus schwärmten die Aktivisten frühmorgens in sämtliche Richtungen aus. Dem Nabu ging es in erster Linie um die Heidemahd, sprich: darum, die Moorparzellen freizumähen, wobei ihnen zwei Moorvereinsaktivisten halfen. Außerdem beschnitten oder entfernten sie Bäume und Buschwerk, um die naturtypische Vegetation zu fördern. Bei den Arbeiten kamen fünf Motorsensen sowie eine Motorsäge zum Einsatz. Gegen Mittag, nach getaner Arbeit, gab es für die Naturschützer am Schafstall eine kräftige Erbsensuppe.

Das Klein Offenseth-Bokelsesser Moor, im äußersten Nordwesten des Kreises gelegen, ist laut dem 2. Vorsitzenden Hans-Jürgen Raddatz das Hauptbetreuungsgebiet des Nabu Barmstedt. Seit 1984 renaturiert und betreut die Barmstedter Gruppe Flächen in dem Gebiet. Davor geschah in Sachen Naturschutz, von einzelnen Grabenstau-Maßnahmen des damaligen Deutscher Bundes für Vogelschutz abgesehen, nichts. „Zu den ersten und vorrangigen Arbeiten im Kernbereich des Moores gehörte die Schließung der Entwässerungsgräben durch Staumaßnahmen“, so Raddatz. „Auch das Anlegen von Moortümpeln durch die Einpolderung regenerationsfähiger Flächen, wie sie von der Gruppe seit 2000 praktiziert wird, dient dem Rückhalt von Regenwasser in den Flächen.“ Die künstlich angelegten Moortümpel entwickeln sich inzwischen über so genannte Zwischenmoorstadien mit wiederum typischer Vegetation. Sie dienen unter anderem Moorfröschen, Entenvögeln (Krickente) als Lebensraum.

In Bereichen mit Heideflächen wurden Birken gefällt, um die für diesen Biotoptyp typischen Pflanzen zu fördern. Dort findet eine regelmäßige Mahd und Entkusselung (Entfernen von jungen Gehölzen) statt, um das dominante Pfeifengras zu reduzieren und einer Verbuschung entgegenzuwirken. Die Wiesen im westlichen Teil des Moores wurden durch die Beseitigung der Drainage ebenfalls vernässt. Die seltene Bekassine hat sich dort eingefunden, in den entstandenen Hochstaudenfluren das Schwarzkehlchen. „Besonders stolz sind wir darauf, dass wir in unseren Biotopen erstmals 2004 eine erfolgreiche Kranichbrut hatten – vermutlich die erste im Kreis Pinneberg seit mehr als 100 Jahren“, so Raddatz. „2013 brüteten im Moor dank unserer Anstaumaßnahmen bereits drei Kranichpaare.“ Seit 2007 ist das Klein Offenseth-Bokelsesser Moor als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet ausgewiesen und hat somit europäischen Schutzstatus.

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erstellt am 03.Feb.2014 | 12:00 Uhr

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