Nochmals als Bürgermeister aktiv

Bürgermeister Johann Hachmann ist der Auffassung, dass das Seniorenheim Barmstedt/Rantzau in andere Hände gelegt wurden muss.
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Bürgermeister Johann Hachmann ist der Auffassung, dass das Seniorenheim Barmstedt/Rantzau in andere Hände gelegt wurden muss.

„Steuermann“ Johann Hachmann hat in Bevern das Ruder noch einmal in die Hand genommen

shz.de von
23. August 2018, 12:51 Uhr

Sie sind Chefs und Repräsentanten ihrer jeweiligen Kommunen: Die Bürgermeister in den Gemeinden rund um Elmshorn erledigen ihre Arbeit ehrenamtlich. Unsere Zeitung stellt im Zuge einer Serie die Menschen vor, die hinter den Ämtern stehen. Heute: Johann Hachmann aus Bevern.

Einige Gemeindevertreter bezeichnen Bevern scherzhaft als „gallisches Dorf“ – wohl nicht zuletzt deshalb, weil es bisweilen gegen den allgemeinen Trend handelt oder nicht jede Entscheidung „von oben“ oder aus anderen Richtungen für gut befindet. Das „Ruder“ hat nach den Kommunalwahlen noch einmal Johann Hachmann in die Hand genommen, der der Bürgerlichen Wählergemeinschaft (BWG) angehört. „Die Mitglieder des Gemeinderats hatten mich aufgefordert, das Amt ein weiteres Mal zu übernehmen“, so Hachmann. „Ich habe dieser Bitte entsprochen. Allerdings klebe ich nicht daran. Wenn man mir zu verstehen gibt, dass ich es nicht mehr zum Wohle der Gemeinde ausüben kann, ist Schluss.“

Lobende Worte fand Hachmann für die Gemeindevertretung, die hinter ihm stehe und ihn entschieden unterstütze. Mit Blick darauf habe er noch einmal „Ja“ gesagt.

Ein Thema, mit dem sich der Bürgermeister seit Jahren auseinandersetzt, ist das Seniorenheim Barmstedt/ Rantzau, das wirklich ein tolles Haus sei und in Christoph Merker einen hervorragenden Leiter besitze, wie er feststellt. Allerdings sei er der Meinung, dass die kleinen Gemeinden in Zukunft die Aufgaben nicht mehr leisten könnten und es in andere Hände gelegt werden müsse, wie es bereits vor dem Neubau geplant war.

Ein weiteres Thema, mit dem sich Hachmann und die Gemeindevertretung häufiger befasste, war die Verkehrsberuhigung im Ort. Die Maßnahmen, die mittlerweile ergriffen wurden wie die Aufstellung von drei Messtafeln und Baumtoren, zeigten Wirkung: Die Geschwindigkeitsüberschreitungen sind wesentlich zurückgegangen. Das gilt allerdings nicht in dem Maße für den Verkehr aus Richtung Elmshorn: Dort dürfen keine Baumtore installiert werden, weil es zu Sichtbehinderungen für die Anwohner führen würde.

Johann Hachmann, Träger der Freiherr-vom-Stein-Verdienstnadel, ist bereits seit 40 Jahren in der Kommunalpolitik tätig. Er war bereits vier Jahre stellvertretender Bürgermeister, bevor er sich 1990 als Nachfolger von Otto Schlüter erstmals in das noch etwas verantwortungsvollere Amt wählen ließ.

In seine Amtszeit fällt die Verwirklichung einer Reihe von größeren Projekten wie dem Bau des Kindergartens „Die kleinen Biber“ und in jüngerer Zeit des Gemeindehauses. Besonders stolz sei er auch auf die Schaffung der Wasser- und Abwasserleitung „für jedes Haus in Bevern“, wie er betonte. „Das ist für eine Flächengemeinde wie unserer durchaus ungewöhnlich.“ Ein weiteres Pfund, mit dem er wuchern kann, ist die Versorgung eines jeden Hauses mit schnellem Internet: Darauf hält er sich zu Recht etwas zugute. Bürgermeister und Gemeinderat haben sich auch Gedanken über die Zukunft des Orts gemacht. Dieser solle – für Einheimische – behutsam wachsen. Des Weiteren müssten Gewerbetreibenden die Möglichkeit gegeben werden, sich zu vergrößern.

Das kommunalpolitische Engagement Johann Hachmanns hat sich natürlich auf sein Familienleben und seinen landwirtschaftlichen Betrieb ausgewirkt, der natürlich darunter leidet, wie er befindet. Er hat für sich klare Prioritäten gesetzt. „Bei mir kommen zuerst die Familie und der Betrieb – und dann die Aufgaben der Gemeinde“, erklärt er. Was diese betreffe, so laufe er nicht hinter jeder Kleinigkeit her, sondern erledige zuerst das wirklich Wichtige beziehungsweise das, was dem Wohl Beverns diene.

Bleibt einem so vielbeschäftigten Mann wie dem Bürgermeister noch Zeit für ein Hobby? Wann entspannt er sich eigentlich einmal? „Ich bin, wie man weiß, Jäger. Doch kann ich der Jagd nur eingeschränkt nachgehen“, verrät das Gemeindeoberhaupt. Völlig abschalten könne er, wenn er Bevern hinter sich lasse und in die Welt reise. Er freut sich aber auch, wenn er wieder zurück ist in seinem „gallischen Dorf“.

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