Feuerwehr Bokholt-Hanredder : Neues Löschfahrzeug kommt später

Im Spritzenhaus der Feuerwehr stehen zwei Fahrzeuge, die beide etwa 35 Jahre auf dem Buckel haben.
Im Spritzenhaus der Feuerwehr stehen zwei Fahrzeuge, die beide etwa 35 Jahre auf dem Buckel haben.

Angespannte Haushaltssituation: Die Gemeinde kann ein neues Feuerwehrauto nicht vor 2015 oder 2016 anschaffen.

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02. Juli 2014, 17:00 Uhr

Bokholt-Hanredder | Nicht vor den Jahren 2015/2016 kann die Gemeinde Bokholt-Hanredder ein neues Hilfeleistungs-Löschfahrzeug für die Freiwillige Feuerwehr anschaffen. Das hat Bürgermeister Wolfgang Mohr (CDU) vor Kurzem während einer Sitzung der Gemeindevertretung mitgeteilt. „Bei einem Termin mit der Feuerwehr haben wir festgestellt, dass Handlungsbedarf besteht“, so der Bürgermeister. „Doch aufgrund der Haushaltslage geht es im Moment nicht. Wenn, dann wird es erst 2015/16 etwas. Es hängt nicht am Willen der Gemeinde. Momentan ist es uns nicht möglich, einen Kredit zu bekommen.“ Hintergrund: Die Kommunalaufsicht prüft, ob eine Gemeinde kreditwürdig ist. Im Fall von Bokholt-Hanredder hätte sie Bedenken, sieht aber auch gleichzeitig deren Bemühen, die Haushaltssituation zu verbessern.

Katrin Weihrauch-Lenz (FWG), stellvertretende Bürgermeisterin und Vorsitzende des Finanzausschusses, wies darauf hin, dass man erst einmal feststellen müsse, wie viel Geld die Gemeinde zusammen bekommen könne und wie das mit den Wünschen der Feuerwehr vereinbar sei. „Wir benötigen unbedingt konkrete Zahlen.“ Vielleicht sollte man auch, wie sie weiter ausführte, unkonventionelle Finanzierungsmöglichkeiten in Betracht ziehen. Gedankenspiele, die sie entwickelte, bezogen sich auf die Akquise von Spenden und Durchführung von Veranstaltungen, deren Erlöse dann in das Projekt fließen sollen. Doch damit könne man nur einen geringen Teil der Kosten decken, hieß es. Die Gespräche mit der Wehrführung sollen fortgesetzt werden.

Im Spritzenhaus stehen zwei Fahrzeuge, die beide etwa 35 Jahre auf dem Buckel haben: der Tragkraftspritzen-Gerätewagen, der vorzugsweise für technische Hilfeleistungen eingesetzt wird und für sechs Feuerwehrmänner ausgelegt ist, sowie das Tanklöschfahrzeug (TLF 8/18) mit einem 1800-Liter-Tank. Diese sollen gegen ein neues Hilfeleistungs-Löschfahrzeug (HLF 10/6) mit einem Fassungsvermögen für 1200 Liter Wasser in der Größe 12 bis 14 Tonnen ausgetauscht werden. „Wir könnten gut mit dem neuen Fahrzeug leben – auch wenn es ein geringeres Fassungsvermögen hat als das alte“, erklärte der stellvertretende Wehrführer Klaus Balzer. Der Preis für ein neues Fahrzeug laut Feuerwehr: etwa 240.000 Euro.

Ein neues Fahrzeug böte eine Reihe von Vorteilen: So sei es sicherheitstechnisch auf dem neuesten Stand und verfügt zudem über eine Gewichtsreserve. Wehrführer Jörn Witt hatte mehrfach betont, dass es unumgänglich sei, ein neues Fahrzeug anzuschaffen, um die Leistungsfähigkeit der Wehr zu erhalten – vor allem im Hinblick auf die Sicherheit. Schließlich wachse auch der Ort: In Offenau entstehe eine neue Gewerbefläche und ein Neubaugebiet mit 50 Wohneinheiten.

Der Tragkraftspritzen-Gerätewagen der Freiwilligen Feuerwehr Bokholt-Hanredder stammt aus dem Jahr 1985. In dem Wagen sind alle Geräte verstaut, die die Wehr heutzutage bei ihren Einsätzen braucht – von Schere und Spreizer über ein Stromaggregat bis zum Mehrzweckzug mit Seil. Allerdings entspricht das Fahrzeug laut Wehrführer Jörn Witt nicht mehr heutigen Standards. So seien bei neuen Fahrzeugen aus Sicherheitsgründen zum Beispiel Gerät und Personal voneinander getrennt.
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