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Barmstedter Zeitung

23. August 2017 | 17:57 Uhr

Barmstedt : Neuer Service für Hundehalter

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Eine Barmstedterin hat 10.000 Kotbeutel gekauft und bietet sie kostenlos an mehreren Standorten an.

Barmstedt | Die Stadt stellt keine Hundekotbeutel zur Verfügung – deshalb hat Katja Militzer zur Selbsthilfe gegriffen: Die Barmstedterin hat 10  000 kleine schwarze Plastiktüten gekauft, die sie Hundehaltern in ihrem Fahrradkorb und an mehreren Standorten (siehe Info-Kasten) kostenlos zum Mitnehmen anbietet. Um die „Zielgruppe“ auf das Angebot aufmerksam zu machen, hat Militzers Bekannte Samantha Braun ein Schild entworfen, das Militzer an ihrem Fahrrad angebracht hat. Hemmungen müsse keiner haben: „Einfach ein paar Tüten rausnehmen oder mich ansprechen.“ Bei einer ersten Fahrt über den Wochenmarkt sei sie bereits mehrfach angesprochen worden, berichtete sie gestern. „Die Leute wollten wissen, ob das zum Wochenmarkt gehört oder ich das kommerziell mache“, erzählt sie lachend.

Sie verstehe nicht, dass viele Halter die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners einfach liegen ließen, sagt Militzer, die selbst einen Hund hat. „Das einzusammeln, ist doch kein großer Akt.“ Das Argument, dass ihr mehrfach genannt wurde, es gebe dafür in der Stadt zu wenig Abfallbehälter, lässt sie nicht gelten. Erstens gebe es in Barmstedt mehrere Mülleimer für Hundekot, „und außerdem kann man es ja auch in einen normalen Abfalleimer werfen“.

Vor allem für Radfahrer sowie für Menschen mit Rollator oder Kinderwagen seien Begegnungen mit Hundehaufen „sehr unschön“, so Militzer. „Versuchen Sie mal, die von den Reifen zu kratzen.“ Darüber hinaus bestehe wegen möglicher Erreger im Kot ein Infektionsrisiko, so die Barmstedterin.

Sofern ihr Angebot gut angenommen werde, würden die 10  000 Beutel bei rund 550 Hunden in Barmstedt nicht lange vorhalten, vermutet Militzer. Ob sie ihre Aktion danach verlängert, weiß sie noch nicht. Umso mehr freute sie sich, dass Rewe ihr spontan finanzielle Unterstützung zusagte. Die SPD wolle über das Thema „in der nächsten Fraktionssitzung beraten“, berichtete sie. Ihr Wunsch, dass die Beutel auch im Rathaus ausgegeben werden, sei bislang nicht erfüllt worden. Ein endgültiges Nein habe es aber auch nicht gegeben. „Die Sache läuft noch.“

In Barmstedts Nachbarstadt Elmshorn können Hundehalter sich im Rathaus sowie an Spendern mit Kotbeuteln eindecken. Insgesamt werden jährlich etwa 400  000 Beutel ausgegeben, was die Stadt etwa 3600 Euro kostet. Insgesamt sind etwa 2300 Hunde gemeldet. Quickborn – wo etwa 1800 Vierbeiner gemeldet sind – gibt etwa 2500 Euro für Kotbeutel aus. Das Angebot werde recht gut angenommen, sagte Stadtsprecher Jochen Lattmann. Er meint: „Jede Tüte, die benutzt wird, ist eine Tretmine weniger.“

An folgenden Orten erhalten Hundehalter die Kotbeutel: Rewe (Küsterkamp), bei Edeka (August-Christen-Straße), im Küchenkontor Johannsen (Königstraße 17), bei Hundetrainerin Martina Wolff (montags und mittwochs von 17 bis 19 Uhr, Freilauffläche für Hunde, Kortenhagen 3 in Bokholt-Hanredder) und im „Kann-was-Laden“ von Gunnar Labs (Danziger Straße 17). Außerdem hält Katja Militzer in ihrem Fahrradkorb die Beutel vor.
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erstellt am 21.Apr.2017 | 16:00 Uhr

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