Jahreshauptversammlung : Neue Technik als Herausforderung für die Feuerwehr Groß Offenseth

Ersetzt bei der Feuerwehr Groß Offenseth-Aspern seit Maieinen 37 Jahre alten Magirus Deutz: das moderne Löschfahrzeug der Marke MAN.
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Ersetzt bei der Feuerwehr Groß Offenseth-Aspern seit Maieinen 37 Jahre alten Magirus Deutz: das moderne Löschfahrzeug der Marke MAN.

Von der alten Tragkraftspritze bis zum Löschfahrzeug: Brandbekämpfer erzählen, wie die Wehr sich weiterentwickelt hat.

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17. Januar 2018, 16:30 Uhr

Groß Offenseth-Aspern | Wehrführer Harald Hell strahlte über das ganze Gesicht: Zur Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Groß Offenseth-Aspern waren alle 29 aktiven Kameraden und dazu zahlreiche Gäste – darunter auch Kreisbrandmeister Frank Homrich – gekommen. Mittendrin und ein bisschen aufgeregt: Bernd Twisselmann (62). Er wurde an diesem Abend von Hell für 30 Jahre Mitgliedschaft geehrt. „Ich bin mit 32 Jahren in die Feuerwehr eingetreten“, erzählte Twisselmann, der aus Bullenkuhlen stammt und später zu seiner Frau nach Groß Offenseth gezogen ist. Der gelernte Landmaschinenschlosser ist heute bei einer Gabelstaplerfirma als Techniker beschäftigt. Da liegt sein Einsatz als Gerätewart nahe. 

Im Mai hatte die Wehr den Schlüssel für ihr neues Mittleres Löschfahrzeug (MLF) überreicht bekommen (wir berichteten). Twisselmann hat sich damit intensiv beschäftigt: „Die neuen Fahrzeuge sind schon eine Herausforderung. Die sind mit viel mehr Technik ausgerüstet und ständig kommt Neues hinzu“, sagte er. Die schwersten Einsätze in den vergangenen 30 Jahren sind in seiner Erinnerung die Unfälle mit Schwerverletzten gewesen. „Ich frage mich ja vor jedem Einsatz, was da wohl auf mich zukommt. Die Bilder des Erlebten bleiben dann im Kopf, aber ich kann das gut verarbeiten“ so Twisselmann. Die gute Kameradschaft über all die Jahre empfindet er als sehr wohltuend. Auch die Familie ziehe voll mit. So ist seine Frau mit ihm im Festausschuss und steht bei der Hauptversammlung in der Küche. „Wir sind wohl so etwas wie eine Feuerwehrfamilie“ meinte er. Ein paar Jahre wolle er noch, dann gehe er in Rente und wolle sein Amt den Jüngeren übergeben.

Einer der ganz Jungen ist Jonah von der Jugendfeuerwehr. „Dreißig Jahre dabei, das ist voll krass. Das will ich auch machen“, meinte er. Seit zwei Jahren sei er dabei und es mache ihm sehr viel Spaß. Ganz andere Jahreszahlen können Wilhelm Kühl (78 Jahre) und Hans Heinrich Schmidt (81 Jahre) vorweisen. Sie gehören der Ehrenabteilung an und erinnern sich noch gut an die alten Zeiten. „Als ich 15 Jahre alt war, gab es einen Blitzschlag in eine Scheune in Brande-Hörnerkichen. Der Unternehmer Werner Kordes hatte einen Jeep mit Anhängerkupplung. Der brachte die Tragkraftspritze mit ihren Eisenrädern zum Einsatzort. Die Schläuche waren noch nicht gummiert und wir mussten ein paar zurückbehalten für den nächsten Einsatz“, erzählte Wilhelm Kühl.

Später sei es dann der Landwirt Willi Dabelstein gewesen, der mit seinem Fahrzeug die Spritze beförderte. „Danach gab es Gummibereifung, aber die wurde auch mal geklaut“ so Hans-Heinrich Schmidt. Ausgebildet wurde die erste Wehr von Peter Rostock aus Elmshorn. Besonders das Antreten und Marschieren wurde geübt. Als Anerkennung gab es das silberne, später dann das goldene Beil. „Mein erster Helm war ein schwarz lackierter Stahlhelm. Erst viel später gab es zusätzlich Klebeleuchtbänder dazu. Auch mussten wir unsere eigenen Gummistiefel mitbringen, später gab es dann Lederstiefel.“

Hell berichtete insgesamt von 21 Einsätzen, die alle gut bewältigt worden seien. Und das Wichtigste: Es habe keine Verletzten gegeben. Mit Ole Schmidt, Lorenz Walther und Tobias Reumann konnte der Wehrführer drei neue Mitglieder verpflichten und anschließend zu Feuerwehrmännern befördern. Tora Mandler wurde in die Jugendfeuerwehr aufgenommen, damit kommen jetzt sechs Mitglieder aus Groß Offenseth.

Bürgermeister Werner Schlüter dankte der Wehr für ihren Einsatz. „Mit Ihrer Arbeit leisten Sie einen großen Anteil an der Gestaltung des dörflichen Lebens. Auf unsere Feuerwehr kann ich mich verlassen.“ In seinem Schlusswort kündigte Hell an, das er nur noch für ein Jahr als Wehrführer zur Verfügung stehe. Dann werde er 65 Jahre alt und möchte das Amt an einen Nachfolger übergeben.

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