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Schüler spielen zum Auftakt : Neue Studiobühne im Carl-Friedrich-von Weizsäcker-Gymnasium eingeweiht

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Auszüge aus „Till Eulenspiegel“ und „Mr. Pillks Irrenhaus“ zu sehen in Barmstedt.

shz.de von
erstellt am 16.Jun.2015 | 12:30 Uhr

Barmstedt | Mit Szenen aus „Till Eulenspiegel“ und „Mr. Pilks Irrenhaus“, aufgeführt von den Theaterkursen des neunten Jahrgangs, wurde die neue Studiobühne des Carl-Friedrich-von-Weizsäcker-Gymnasium eingeweiht. Damit endet die Zeit des Ausweichens auf andere Proben- und Aufführungsorte innerhalb und außerhalb der Schule, worauf auch noch einmal Petra Stöven von der Fachschaft Darstellendes Spiel in ihrer Begrüßung hinwies. Die Aufführungen selbst begannen mit einer lockeren Szenenfolge aus dem Leben des Schalks Till Eulenspiegel, der seinen Schabernack mit seinen Zeitgenossen treibt. Sie umfasste den Zeitraum von der Taufe bis zu seinem Tod und der Verteilung seines „steinreichen“ Erbes – was in diesem Fall wörtlich zu nehmen ist. Zu den Streichen Tills, die auf der neuen Bühne dargestellt wurden, zählte auch „Der Wunderdoktor“.

Seine Medizin, die er den Kranken verabreichen wollte, bestand, wie er ihnen mitteilte, aus dem Pulver des Kränksten in ihrer Mitte. „Wer sich gut fühlt, sollte vielleicht gehen.“ Es gingen erwartungsgemäß alle – um später mit ihren alten Leiden zurückzukehren. Dass Esel gelehrige Tiere sind, davon konnte der Schalk sogar seine größten Skeptiker überzeugen. Nach intensivem Unterricht vermochte das eigenwillige Langohr bereits zwei Buchstaben des Alphabets zu sprechen: das „I“ und das „A“: Die gelehrten Damen und Herren, die Zeuge davon wurden, waren verblüfft. Wenn der Esel weiterhin so große Fortschritte machen würde, wo sollte das enden? Einblick in das „Irrenhaus unserer selbst“ boten Szenen – eigentlich kleine, abgeschlossene Stücke oder Dramen, aus der Feder von Ken Campbell –, die im Anschluss an „Till Eulenspiegel“ gespielt wurden.

Nach einem furiosen Auftakt mit sämtlichen Mitwirkenden trat Stille ein, als ein Lebensmüder gezeigt wurde, der Schluss machen wollte. Das verzögerte sich jedoch immer wieder, weil sich jemand sämtliche Sachen aneignen wollte, die er auf dem Leib trug. Als der Lebensmüde schließlich zum Ausdruck brachte, eigentlich gar keine Lust mehr zu haben, sich umzubringen, wurde er mit den Worten „Auch noch feige“, in den Tod gestoßen.

Weitere Mini-Stücke wie „Die zwei Ehemänner“, „Der Hammerzeh“ und „Das Huhn“ belegten, wie schmal der Grat ist zwischen Normalität und Irrsinn. Für ihr engagiertes, überzeugendes Spiel wurden sämtliche Mitwirkende jeweils am Schluss der Aufführung mit roten Rosen beschenkt. Der Spielleiter des „Till Eulenspiegel“ (9a/c), Tom Degenhardt, sowie des „Mr. Pilks Irrenhaus“ (9b/c), Andreas Witt, dürften zufrieden sein: Einweihung gut, alles gut.
 

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